Europäische Politik & Fluchtursachen

Das Recht, nicht gehen zu müssen
Julia Stern

Ob Syrien oder Afghanistan: Flucht, Migration und die möglichen Gründe, warum Menschen ihr Zuhause verlassen müssen, werden derzeit breit diskutiert. Egal ob Krieg, Hunger oder Armut, die Ursachen für Flucht und Migration werden dabei meist dort gesucht, wo das eigentliche Drama seinen Anfang nimmt. Doch diese Sichtweise greift zu kurz.

Die tatsächlichen Fluchtursachen liegen tiefer, in einem ungerechten globalen System, das Armut, Hunger, Klimaerhitzung und Kriege erzeugt. Deshalb greift oft auch die Bekämpfung von Fluchtursachen zu kurz. Anstatt lediglich „Hilfe vor Ort“ zu leisten, was gerne als einfach Lösung ohne konkrete Taten ausgesprochen wird, wäre es an der Zeit, das globale Wirtschaftssystem zu hinterfragen, das an anderen Orten der Welt dazu führt, dass Menschen ihre Herkunftsorte verlassen müssen.

Initiative: Das Recht nicht gehen zu müssen – Europäische Politik und Fluchtursachen

Daher hat die Arbeiterkammer Wien gemeinsam mit Gewerkschaften und NGOs die Initiative „Das Recht nicht gehen zu müssen – Europäische Politik und Fluchtursachen“ gestartet. Die inhaltliche Grundlage dazu bildet die gleichnamige AK-Studie, die die PolitikwissenschafterInnen Sonja Buckel und Judith Kopp erstellt haben. Begleitet wird dies durch eine einfache verständliche und illustrierte Broschüre zum Thema.

Statt Fluchtursachen einseitig in der korrupten und undemokratischen Verfasstheit vieler Herkunftsstaaten zu verorten, thematisiert die Studie, wie globale Ungleichheit und Klimakrise, gerade auch vorangetrieben durch europäische Politik, diese Fluchtursachen (mit-)produzieren. 

Davon ausgehend werden Handlungsmöglichkeiten für Politik und Gewerkschaften aufgezeigt, um das „Recht, nicht gehen zu müssen“ zu verwirklichen. Damit soll progressiven AkteurInnen eine Strategie zur Hand gegeben werden, wie sie über Flucht sprechen können, so dass die für sie zentralen Fragen der globalen Ungleichheit und der sozialen und ökologischen Gerechtigkeit dabei in den Mittelpunkt rücken.

Eine Initiative von: AK Wien, medico international, weltumspannend arbeiten, pro asyl, VIDC, GPA, PRO-GE und ÖGB International.