Gegen Belästigung und für mehr Demokratie am Arbeitsplatz

Im letzten Plenum des EU-Parlaments des Jahres 2021 standen einige wichtige und grundlegende Themen auf der Tagesordnung. Eines davon, teilweise noch sehr umstritten, war wie das EU-Parlament als Arbeitsplatz besser gegen jegliche Form von Belästigung vorgehen kann und sie vor allem auch verhindert. Nach über einem halben Jahr, in denen ich und mein Team intensiv verhandelt hatten, haben wir endlich verpflichtende Maßnahmen durchgesetzt! Dies ist nicht zuletzt gegen den Widerstand vieler konservativer und rechter Abgeordneter - auch aus Österreich - gelungen.

Konkret geht es um eines: Respekt am Arbeitsplatz! Tatsächliche und gefühlte Macht sind oft Auslöser von Grenzüberschreitungen und daher ist es besonders wichtig, dass jene in Machtpositionen geschult werden, aber auch alle MitarbeiterInnen wissen, was Belästigung ist und respektvoll miteinander umgehen. Im EU-Parlament sind ab dem neuen Jahr daher Schulungen gegen Belästigung für alle, inklusive uns Abgeordnete, verpflichtend. Die Annahme dieser Entschließung ist ein großer Schritt in die richtige Richtung und wird hoffentlich auch einer Vorbildwirkung gerecht.

Etwas ähnlich ist das Bild beim Bericht zu mehr Demokratie am Arbeitsplatz. Auch hier hat es viel Durchhaltevermögen gebraucht, um die betriebliche Mitbestimmung europaweit zu stärken. Meine deutsche Kollegin Gaby Bischoff (ebenfalls Gewerkschafterin) verlangt in diesem Bericht europäische Mindeststandards für die Rechte von Beschäftigten auf Information, Partizipation, Konsultation und Repräsentation. Mehr Demokratie am Arbeitsplatz heißt: nachhaltigere Unternehmen, mehr Gleichberechtigung und bessere Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten. Jetzt muss die EU-Kommission nachlegen und unsere Vorschläge in rechtlich verbindliche Maßnahmen gießen.