Wohnungsnot beenden!

Die wachsende Wohnungsnot und Obdachlosigkeit legen ein immer größeres soziales Problem innerhalb der EU offen und gehören zu den drängendsten politischen Herausforderungen. Gemeinsam mit 132 EU-Abgeordneten und 31 europäischen Städten, unter anderem Lissabon, Barcelona, Brüssel und Budapest, haben wir ein politisches Versprechen abgegeben, sowie einen deutlichen Appell an die EU-Institutionen und die europäischen Staats- und Regierungschefs gerichtet: Bis 2030 wollen wir die Obdachlosigkeit in Europa abschaffen! 

Leistbarer Wohnraum ist ein Menschenrecht. Statt diesem Ziel näher zu kommen, schnellen die Miet- und Immobilienpreise überall in die Höhe, die Zahl der Obdachlosen ist in der EU in den letzten zehn Jahren um mehr als 70 Prozent gestiegen. Obdachlose Menschen waren von der Corona-Krise durch mangelhaften Zugang zu medizinischer Versorgung und eingeschränkte hygienische Möglichkeiten besonders betroffen. Die jetzt folgende Wirtschaftskrise könnte die sozialen Probleme durch Wohnungsnot und Obdachlosigkeit noch verstärken. Zusätzlich sind Menschen ohne Wohnsitz in großem Maße von sozialer Stigmatisierung betroffen und sind Opfer von Gewaltverbrechen. Dabei hat sich auch die Gruppe der Betroffenen weitgehend diversifiziert, oft sind heute Kinder, Flüchtlinge, Frauen oder ganze Familien von Obdachlosigkeit betroffen. 

Wenn wir den Kampf gegen die Obdachlosigkeit in unsere politischen Prioritäten aufnehmen, müssen wir auch eine EU-Plattform zur Bekämpfung einrichten und gezielt Daten zur Entwicklung des Problems sammeln, um im Rahmen des Prozesses zum europäischen Semester darauf zu reagieren. 

Aber die Europäische Union wird das Problem der Obdachlosigkeit nicht allein lösen. Ein Großteil der Arbeit muss auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene geleistet werden. Ein klares europäisches Engagement, zusammen mit konkreter Unterstützung, kann jedoch die Arbeit aller Akteure stärken. Gemeinsam können wir unser Ziel erreichen, die Obdachlosigkeit bis 2030 zu beenden!