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Wir brauchen eine Millionärssteuer

Neue Zahlen der Nationalbank unterstreichen Dringlichkeit - Superreiche müssen Beitrag zur Bewältigung der Kosten der Corona-Pandemie leisten
Geldregen
DANIEL SHAKED

Ein neuer Quartalsbericht der Österreichischen Nationalbank (OeNB) zeigt, dass das reichste Prozent der Bevölkerung einen Vermögensanteil von bis zu 50 Prozent hat. Das ist mehr als bisher angenommen. Die reichsten 10 Prozent besitzen bis zu 75 Prozent des Vermögens.

Gleichzeitig zahlen Superreiche in Österreich im europäischen Vergleich extrem wenig Steuern für ihr Vermögen. Die aktuellen Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie dringlich die Einführung einer Millionärssteuer in Österreich ist. Spätestens jetzt müssen von der Regierung die Weichen für die finanzielle Bewältigung der Krisenkosten gestellt werden.

Reiche in der Pandemie noch reicher geworden

„Es ist ein untragbarer Zustand, dass immer mehr Menschen aufgrund von Einkommensverlusten in der Pandemie gepaart mit der hohen Inflation ihre unmittelbaren Lebensbedürfnisse wie Essen und Wohnen und Heizen nicht mehr decken können und gleichzeitig Supereiche in der Pandemie noch reicher geworden“, sagt GPA-Vorsitzende Barbara Teiber.

Die Liste der Bereiche, für die akut sehr viel Geld benötigt wird, ist lang. Von der Pflegereform, über die Bildung bis zum ökologischen Umbau der Infrastruktur. Anstatt über die Abschaffung der Steuer auf Kursgewinnen nachzudenken, müssen jetzt die Weichen gestellt werden, die Krisenkosten wirklich gerecht zu verteilen. Es geht auch grundsätzlich darum, die immer größer werdende Vermögensungleichheit in der Gesellschaft einzudämmen.

Das Millionärssteuer-Modell der Gewerkschaft GPA sieht eine Besteuerung von Vermögen von 1 bis 2 Mio. von 0,5 Prozent, zwischen 2 und 3 Mio. von 1 Prozent und über 3 Mio. von 1,5 Prozent vor. Durch eine Vermögensteuer soll unter Berücksichtigung eines großzügigen Freibetrages das Nettovermögen erfasst werden, also Immobilien- und Finanzvermögen abzüglich etwaiger laufender Kredite (der Hausrat ist ausgenommen).