KV-Handel 2027: Keine Einigung in zweiter Verhandlungsrunde
Deine Gewerkschaft GPA fordert verbessertes Angebot
Die zweite Verhandlungsrunde für die rund 420.000 Handelsangestellten ging heute ohne Einigung zu Ende. Seitens der Arbeitgeber wurde eine nachhaltige Erhöhung der Gehälter um 2,1 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 350 Euro angeboten. Das ist für deine Gewerkschaft GPA nicht akzeptabel.
„Das heutige Angebot wird weder dem Einsatz noch der Lebensrealität der Beschäftigten gerecht. Wir fordern ein verbessertes Angebot, das die Kaufkraft der Beschäftigten stärkt und die wirtschaftliche Faktenlage anerkennt.“
In der Branche sind rund eine Milliarde Euro an Gewinnausschüttungen geplant. Wer angesichts dieser Zahlen bei den Beschäftigten sparen will, setzt die falschen Prioritäten. Denn wer den Handel als Zukunftsbranche sieht, kann ihn am Verhandlungstisch nicht ständig zur Krisenbranche erklären!
Neben den Gehältern bleiben die Arbeitsbedingungen ein zentraler Verhandlungspunkt. Wer regelmäßig länger arbeitet oder kurzfristig seine Freizeit umplant, damit der Betrieb läuft, muss dafür entsprechend entschädigt werden. Wenn eine ausreichende Personalbesetzung und verlässliche Dienstpläne in der Praxis gegeben sind, werden sich auch die Kosten für die Unternehmen entsprechend geringhalten. „Die Beschäftigten sind aber kein Reparaturfonds für Managementfehler. Klare Regeln verhindern, dass mangelnde Personalplanung durch immer weniger Planbarkeit für die Kolleg:innen kompensiert wird“, betont Martin Müllauer, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in deiner Gewerkschaft GPA und Betriebsratsvorsitzender des MORAWA Bucheinzelhandels.
Neben Zuschlägen für Mehrarbeit ab der ersten Stunde sowie für kurzfristiges Einspringen fordert die Gewerkschaft eine verpflichtende 5-Tage-Woche sowie die leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche.
„Die heutigen Gespräche waren konstruktiv. Die Arbeitgeber betonen selbst, dass die Beschäftigte die größte Stärke des Handels sind. Aber durch sinkende Einkommen und immer herausforderndere Arbeitsbedingungen werden sich qualifizierte Beschäftigte weder gewinnen noch halten lassen“, betonen Müllauer und Keizer.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am 17. November statt.
Mehr Geld, mehr Planbarkeit und Anerkennung für die Beschäftigten
Die erste Verhandlungsrunde für die 420.000 Handelsangestellten ging am 22. Oktober nach fünf Stunden ohne Ergebnis zu Ende. Deine Gewerkschaft GPA fordert eine Erhöhung der Gehälter um 3,8 Prozent sowie Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen. Die Arbeitgeber legten in der ersten Runde kein Angebot vor. Neben einer fairen Gehaltserhöhung stehen vor allem planbare Arbeitszeiten und eine bessere Anerkennung von Mehrleistung im Mittelpunkt. Denn steigender Arbeitsdruck, knappe Personalressourcen, kurzfristige Dienstplanänderungen und regelmäßige Mehrarbeit prägen zunehmend den Arbeitsalltag im Handel.
Deine Gewerkschaft GPA fordert deshalb unter anderem einen Zuschlag für Mehrarbeit ab der ersten Stunde und für kurzfristiges Einspringen, eine verpflichtende 5-Tage-Woche sowie eine leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche. Ziel ist es, den Beschäftigten mehr Planbarkeit, Entlastung und eine echte Zukunftsperspektive im Handel zu ermöglichen. Voraussetzung dafür sind Verhandlungen auf Augenhöhe und die Bereitschaft der Arbeitgeber, die Leistungen der Beschäftigten auch entsprechend anzuerkennen.