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Neue Studie: Beschäftigte sind der größte Vorteil des Handels

Persönliche Beratung und Betreuung sind entscheidende Gründe für den Einkauf im Geschäft.

Istock: jackf

Eine aktuelle IFES-Umfrage im Auftrag der Gewerkschaft GPA zeigt: Persönliche Beratung und Betreuung sind für die Menschen in Österreich entscheidende Gründe, im Geschäft einzukaufen. Die Beschäftigten sichern damit die Zukunft des stationären Handels – und verdienen faire Gehälter und gute Arbeitsbedingungen.

Der stationäre Handel steht unter Druck. Internationale Online-Konzerne gewinnen seit Jahren Marktanteile und verschärfen den Wettbewerb. Doch was bringt Menschen dazu, weiterhin im Geschäft einzukaufen? Eine aktuelle Studie des Instituts für empirische Sozialforschung (IFES) im Auftrag der Gewerkschaft GPA liefert darauf eine klare Antwort: Neben der Möglichkeit, Produkte direkt auszuprobieren und mitzunehmen, sind es vor allem die Beschäftigten, die den Unterschied machen.

Für die Untersuchung wurden im August 2026 insgesamt 1.000 Menschen befragt.

Persönliche Beratung ist entscheidender Wettbewerbsvorteil

Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig die Arbeit der Handelsangestellten für Kund:innen ist:

  • 85 Prozent sehen die fachliche Beratung durch Beschäftigte als Vorteil des Einkaufens im Geschäft.
  • 84 Prozent schätzen die persönliche Betreuung und Unterstützung durch Mitarbeiter.
  • 94 Prozent möchten Produkte vor dem Kauf ansehen oder ausprobieren können.
  • 95 Prozent schätzen es, ihre Einkäufe direkt mitnehmen zu können.
  • 90 Prozent sehen die Sicherung von Arbeitsplätzen in Österreich als Argument für den Einkauf im Geschäft.

Besonders deutlich wird die Bedeutung persönlicher Beratung bei älteren Menschen. Für sie sind Ansprechpersonen vor Ort, die Unterstützung bei Fragen und die Sicherheit beim Einkauf besonders wichtig. Die Studie zeigt aber auch: Die Vorteile des stationären Handels überzeugen über Alters- und Einkommensgrenzen hinweg.

„Die Beschäftigten sind der entscheidende Wettbewerbsvorteil des stationären Handels gegenüber der Online-Konkurrenz. Wer Top-Personal will, muss auch entsprechende Rahmenbedingungen bieten."
Linda Keizer, Verhandlungsleiterin der Gewerkschaft GPA bei den Kollektivvertragsverhandlungen im Handel

Lebensmittel, Drogerie und Möbel: Das Geschäft bleibt erste Wahl

Wie häufig Menschen online oder im Geschäft einkaufen, unterscheidet sich je nach Branche erheblich. Bei Lebensmitteln kaufen 93 Prozent der Befragten überwiegend im Geschäft ein. Auch bei Drogerie- und Kosmetikprodukten (72 Prozent) sowie bei Möbeln und Einrichtungsgegenständen (64 Prozent) dominiert der stationäre Handel. Anders sieht es bei Kleidung, Schuhen, Sportartikeln und Elektronik aus. Hier nutzen viele Menschen sowohl Online-Shops als auch Geschäfte vor Ort. Die Ergebnisse zeigen: Trotz wachsender Online-Konkurrenz bleibt der stationäre Handel für die Menschen in Österreich unverzichtbar.

Weniger Personal bedeutet schlechtere Beratung

Für die Gewerkschaft GPA ist das Ergebnis der Studie auch eine deutliche Botschaft an die Handelsunternehmen: Wer bei den Beschäftigten spart, gefährdet die eigenen Stärken gegenüber dem Online-Handel. „Wer die Antworten auf die Herausforderungen des Handels nur in möglichst geringen Personalkosten sucht, untergräbt langfristig das eigene Geschäftsmodell“, warnt Linda Keizer, Verhandlungsleiterin der Gewerkschaft GPA bei den Kollektivvertragsverhandlungen im Handel. Denn die Beschäftigten übernehmen täglich zahlreiche Aufgaben. Sie beraten Kund, kassieren, schlichten Waren ein, kontrollieren Bestände und sorgen dafür, dass der Geschäftsbetrieb funktioniert. Bei knapper Personalbesetzung müssen sie oft mehrere dieser Aufgaben gleichzeitig erledigen.

„Die Beschäftigten sind der entscheidende Wettbewerbsvorteil des stationären Handels gegenüber der Online-Konkurrenz. Wer Top-Personal will, muss auch entsprechende Rahmenbedingungen bieten“, betont Keizer. Personalmangel wirkt sich dabei auf beide Seiten aus: Beschäftigte stehen unter zunehmendem Zeitdruck, während Kund länger warten müssen und weniger persönliche Beratung erhalten.

Gute Arbeit verdient faire Bezahlung

Die Studie unterstreicht, wie wichtig gut ausgebildete und motivierte Beschäftigte für die Zukunft des Handels sind. Doch gute Beratung und verlässlicher Service sind keine Selbstverständlichkeit. Sie erfordern ausreichend Personal, faire Bezahlung und Arbeitsbedingungen, die langfristig attraktiv sind. „Gute Beratung braucht Menschen, die im Handel eine Zukunft sehen. Deshalb fordern wir eine faire Gehaltserhöhung, planbare Arbeitszeiten und echte Anerkennung für die Mehrleistung, die viele Kolleg Woche für Woche erbringen“, so Keizer. Für deine Gewerkschaft GPA ist klar: Wer einen starken stationären Handel will, muss in die Menschen investieren, die ihn täglich am Laufen halten.