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Wer Sorgearbeit kleinredet, zementiert die Pensionslücke!

GPA kritisiert Aussagen des Bundeskanzlers zur Kinderbetreuung

Gewerkschaft GPA / Edgar Ketzer

Kinder betreuen, Angehörige pflegen, den Familienalltag organisieren: Unbezahlte Sorgearbeit neben dem Job gehört für viele Beschäftigte in Österreich zum Alltag. Das kostet Zeit und Arbeit – auch wenn dafür kein Gehalt bezahlt wird. Genau deshalb kritisiert deine Gewerkschaft GPA die jüngste Aussage von Bundeskanzler Christian Stocker, dass Kinderbetreuung keine Arbeit sei.

Kinder zu betreuen, zu erziehen, Hausaufgaben zu begleiten, Arzttermine zu organisieren, für Essen, Sicherheit und Fürsorge zu sorgen, ist Arbeit. Sie wird nur meist nicht bezahlt. Wer das leugnet, blendet die Realität von hunderttausenden Familien in Österreich aus.
Sandra Steiner, Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft GPA

Ohne Sorgearbeit funktioniert auch Erwerbsarbeit nicht

Wie groß die Auswirkungen unbezahlter Betreuungsarbeit sind, zeigt sich unmittelbar im Berufsleben. Eltern reduzieren ihre Arbeitszeit, weil Betreuungsangebote fehlen oder sich Öffnungszeiten nicht mit ihren Arbeitszeiten vereinbaren lassen. Nur weil dafür kein Gehalt ausbezahlt wird, verschwindet der Aufwand nicht. Ohne diese tägliche Leistung von Eltern in ganz Österreich würde unsere Wirtschaft keinen einzigen Tag funktionieren.

39,4 Prozent weniger Pension für Frauen

Die langfristigen Folgen zeigen sich besonders deutlich beim Equal Pension Day am 9. August. An diesem Tag haben Männer statistisch bereits so viel Pension erhalten, wie Frauen erst bis zum Ende des Jahres bekommen. Die durchschnittlichen Frauenpensionen liegen in Österreich um 39,4 Prozent unter jenen der Männer.

Diese Pensionskluft fällt nicht vom Himmel. Sie ist das Ergebnis eines Arbeitslebens, in dem Frauen häufiger und länger ihre Erwerbsarbeit unterbrechen oder ihre Arbeitszeit reduzieren, weil sie Kinder betreuen oder Angehörige pflegen. Wer diese Arbeit nicht als Arbeit begreift, ignoriert eine der zentralen Ursachen der finanziellen Benachteiligung von Frauen.

Frauen brauchen echte Wahlfreiheit

Debatten über Teilzeit oder unbezahlte Sorgearbeit treffen damit vor allem jene, die Erwerbsarbeit und Betreuung täglich miteinander vereinbaren müssen. „Doch die Frauen in unserem Land verdienen sich endlich echte Wahlfreiheit statt konstanter politischer Bevormundung“, betont Sandra Steiner.

Dafür braucht es auch entsprechende Rahmenbedingungen: Deine Gewerkschaft GPA fordert deshalb einen konsequenten Ausbau hochwertiger Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen, bessere Bedingungen für berufstätige Eltern und eine fairere Verteilung der Betreuungs- und Pflegearbeit zwischen Frauen und Männern.

Alle Details zum Equal Pension Day findest du hier: