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Corona-Bonus: Nicht nachvollziehbare Kriterien spalten Belegschaften

Behindertenbetreuung und Kinderbildung besonders betroffen
Symbolbild

Viele Beschäftigte, die in der Pandemie unter höchster Belastung in unmittelbarem Kontakt mit Menschen gearbeitet haben, bekommen keinen Corona-Bonus. Dies ruft nicht nur bei den Belegschaften, sondern auch bei der Gewerkschaft GPA große Irritation hervor. „Viele, für unsere Gesellschaft so unglaublich wichtigen Berufsgruppen erhalten nicht die nötige Wertschätzung und Anerkennung seitens der Regierung. Dies zeigt wieder einmal, wie wenig Ahnung die Verantwortlichen von der realen Arbeitswelt haben“, ist Wolfgang Gerstmayer, Geschäftsführer der Gewerkschaft GPA OÖ, verärgert.

Behindertenbetreuung: Mindestanforderungen außer Kraft

„Besonderes Unverständnis herrscht bei uns über die Verteilung im Bereich der Behindertenbetreuung. Obwohl der Gesetzgeber dort die Mindestanforderungen aufgrund der Pandemie ausdrücklich außer Kraft gesetzt hat, und unzählige Beschäftigte hilfsbereit eingesprungen sind, werden viele KollegInnen nun vom Corona-Bonus ausgeschlossen. Gerade jetzt braucht niemand eine Spaltung der Belegschaft“, stellt Gerstmayer klar.

Kinderbildung und -betreuung völlig ohne Schutzmaßnahmen

Es gibt Bereiche, die völlig ohne Schutzmaßnahmen auskommen mussten. Angefangen beim gesamten Kinderbildungs- und -betreuungsbereich, inklusive der Kinder- und Jugendhilfe, bis hin zur psychosozialen Vor- und Nachsorge und der Wohnungslosenhilfe. Aber auch im Rettungstransport wird der Corona-Bonus nicht ausbezahlt. Die Beschäftigten waren und sind nach wie vor massiv dem Infektionsrisiko ausgesetzt, obwohl sie ihre Arbeit unter teils extremen Sicherheitsmaßnahmen verrichten. „Der Bonus darf nicht davon abhängen, aus welchem Fördertopf die Einrichtungen finanziert werden“, so Gerstmayer.