Zum Hauptinhalt wechseln

IT-KV: Demo vor der WKO in Wien mit starker steirischer Beteiligung

Am 22.01.2026 demonstrierten tausende IT-Beschäftigte aus ganz Österreich für einen fairen Gehaltsabschluss

„Vier Verhandlungsrunden ohne ein Angebot für die IST-Gehaltssumme: Das ist absolut inakzeptabel!“, betonte Sandra Steiner, Verhandlungsleiterin der Gewerkschaft GPA. „Die Blockadehaltung der Arbeitgebervertretung verhindert einen vernünftigen Kollektivvertragsabschluss. Wir erwarten uns in der morgigen Verhandlungsrunde ein ernsthaftes Angebot, das unsere Leistung als Beschäftigte in der IT anerkennt!“, so die Gewerkschafterin im Zuge der Kundgebung.

Kein Angebot für IST-Erhöhung

Derzeit bieten die Arbeitgeber lediglich eine Erhöhung von 1,9% auf die Mindestgehälter, eine Erhöhung der IST-Gehaltssumme schließt man aus. „Kein Angebot für die IST-Gehälter zu machen ist unverantwortlich! Gerade in Zeiten hoher Preise und in einer Branche, die besser durch die Krise gekommen ist als die Gesamtwirtschaft. Und besonders gegenüber 90.000 Beschäftigten, die diese Branche am Laufen halten!“, so Steiner im Zuge der Kundgebung. „Wir alle verlangen Fair Play durch Fair Pay! Genau deshalb stehen wir heute hier“, führte Steiner weiter aus.

System der IST-Erhöhungen im IT-Bereich ungerecht

Das derzeitige Ist-Summen-Gehaltssystem im IT-Kollektivvertrag in Österreich ist in vielerlei Hinsicht ungerecht, intransparent und benachteiligt Beschäftigte im IT-Bereich. Was auf den ersten Blick wie eine einfache und standardisierte Gehaltsbestimmung wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als veraltetes System mit zahlreichen Nachteilen für Arbeitnehmer:innen. "Die IT-Branche lebt von Innovation, Motivation und Fachwissen. Ein veraltetes, starres Gehaltssystem bremst genau diese Stärken aus", so Florian Führer von der Gewerkschaft GPA.

Modernes Gehaltssystem ist Grundvoraussetzung

„Ein modernes, faires und leistungsorientiertes Gehaltssystem ist kein Nice-to-have, sondern eine Grundvoraussetzung, um qualifizierte Fachkräfte zu halten, neue Talente zu gewinnen und den IT-Standort Österreich langfristig abzusichern. Wer den Fachkräftemangel ernsthaft angehen will, kommt an einer Reform oder Abschaffung des Ist-Summen-Gehaltssystems im IT-Kollektivvertrag nicht vorbei. Nach außen Verantwortung zu betonen, während intern jede konstruktive Lösungsfindung blockiert wird, untergräbt die eigene Glaubwürdigkeit. Das schadet nicht nur den Beschäftigten, sondern dem gesamten IT-Standort Österreich. Unser Ziel ist ein fairer Kollektivvertragsabschluss für alle Beschäftigten der IT-Branche.“ so Dr. Georg Hofferek, BRV von ADB Safegate und Vorsitzender des steirischen IT-Bereichs.

Nach fünf Gesprächsrunden gibt es weiterhin keine Einigung der Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf einen Kollektivvertrag 2026 für die IT-Branche. Die Gewerkschaft kündigt nun Betriebsversammlungen in ganz Österreich an. Die GPA wirft den Arbeitgebern vor, bis dato kein Angebot zur Erhöhung der IST-Gehälter vorgelegt zu haben. Der künftige KV soll für 90.0000 Beschäftigte gelten.