Novartis Beschäftigte untermauern mit befristetem Streik ihre Forderung für fairen Kollektivvertrags Abschluss
Am 10.06.2026 legten zahlreiche Beschäftigte des Tiroler Pharma-Riesen Novartis ihre Arbeit für die Dauer von zwei Stunden nieder. Mit dem befristeten Streik erhöhen sie den Druck für einen fairen Kollektivvertrags-Abschluss. Die verhandelnden Gewerkschaften GPA und PRO-GE fordern aktuell eine Erhöhung von 3,0 Prozent, während die Arbeitgeberseite eine Erhöhung entweder um lediglich 0,5 Prozent plus eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro oder alternativ plus 2,0 Prozent allerdings auf 2 Jahre und gültig erst ab Oktober 2026 bietet. Damit wurde die bereits siebte Verhandlungsrunde ergebnislos unterbrochen. Der Kollektivvertrag sollte bereits seit 1. Mai gelten.
Sonja Föger-Kalchschmied, geschäftsführende Landesvorsitzende des ÖGB Tirol, sagt den Streikenden vollste Rückendeckung zu: „Den Beschäftigten in der Chemischen Industrie steht wie allen anderen Arbeitnehmer:innen eine faire Bezahlung und eine Abgeltung der Inflation zu. Die chemische Industrie verzeichnete derweil im letzten Jahr den zweitgrößten Anstieg der Produktion unter allen Industriebranchen – die Blockadehaltung der Arbeitgeberseite entbehrt daher jeglicher Grundlage. Der ÖGB steht voll und ganz Seite an Seite mit den Beschäftigten!“
Die beiden verhandelnden Gewerkschaften, GPA und PRO-GE, bleiben bei der Forderung von 3,0 Prozent mehr Löhne und Gehälter und dem Forderungskatalog, der unter anderem einen bezahlten Gesundheitstag sowie die Bezahlung des Klimatickets für Lehrlinge, wie auch eine Erhöhung des Gesundheitshunderters nicht nur für Schichtarbeiter:innen umfasst. Die Antwort der Mitarbeiter:innen auf das untragbare Angebot der Arbeitgeberseite waren Plakate von den Streikteilnehmer:innen mit der Aufschrift "Wir sind sauer", "Wir arbeiten nicht für Almosen" und "Mehr Marie für die Chemie".
„Die Arbeit verdichtet sich immer mehr, die Belastungen und Herausforderungen für die Beschäftigten werden immer größer. Daher haben sich die Arbeitnehmer:innen in der Chemischen- und in der Pharmaindustrie mehr Wertschätzung in Form einer fairen Lohn- und Gehaltserhöhung mehr als verdient. Bei der Chemischen Industrie geht es wieder aufwärts und es gibt keinen Grund für einen Krisenabschluss oder Lohnzurückhaltung. Gerade von der Wirtschaft wird immer wieder gesagt, dass Leistung sich lohnen soll - dies gilt genauso für die tolle Arbeit, die von den 9.000 Beschäftigten in der Chemischen Industrie in Tirol tagtäglich geleistet wird“, untermauert Harald Schweighofer, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft GPA Tirol, die Gewerkschaftsforderungen.
Auch Thomas Giner, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft PRO-GE, zeigt sich ungehalten angesichts des inakzeptablen Arbeitgeber-Angebots: „Nach sieben Verhandlungsrunden stehen die Arbeitgeber nach wie vor auf der Bremse und verhindern so, dass die Kaufkraft in Österreich gesichert wird – denn dafür ist eine nachhaltige Lohn- und Gehaltserhöhung essenziell. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Jahr und Tag fleißig gearbeitet und sich diese Wertschätzung mehr als verdient!“