ÖGB Tirol zum Tag der Pflege am 12. Mai
Pflege als unverzichtbare Stütze der Gesellschaft - Pflegende endlich Anerkennung zollen, die sie verdienen
Anlässlich des „Tag der Pflege“ am 12. Mai rückt der ÖGB Tirol Pflegekräfte in den Mittelpunkt „Jene, die unsere Gesellschaft Tag für Tag zusammenhalten indem sie sich pflegebedürftige Menschen versorgen, arbeiten seit Jahren selbst längst an der Belastungsgrenze. Pflege ist kein Beruf, den man einfach erledigt. Pflege bedeutet ein hohes Maß an medizinischer wie auch sozialer Kompetenz, viel Verantwortung und Menschlichkeit. Aber immer mehr Beschäftigte arbeiten bis zur völligen Erschöpfung. Wer jeden Tag alles gibt und trotzdem das Gefühl hat, nie genug Zeit zu haben, brennt irgendwann aus“, zeigt die geschäftsführende ÖGB-Landesvorsitzende Sonja Föger-Kalchschmied auf. Sie ist selbst im Pflege- und Sozialbereich tätig und erlebt als Betriebsratsvorsitzende der Lebenshilfe Tirol die Realität der Beschäftigten täglich.
„Der Druck auf das Personal wächst seit Jahren. Zu wenig Kolleg:innen, immer mehr Aufgaben, ständig einspringen, kaum Zeit zum Durchatmen – viele Beschäftigte verlassen den Beruf, obwohl sie ihn aus Überzeugung gewählt haben. Zurück bleiben jene, die weitermachen, obwohl ihre Kräfte schwinden.“
Der ÖGB setzt sich seit Jahren für umfassende Verbesserungen im Pflegebereich ein.
Damit Pflege auch in Zukunft gesichert bleibt, fordert der ÖGB Tirol entschlossene politische Maßnahmen:
- Pflege und Betreuung müssen für alle Menschen leistbar bleiben – die Finanzierung muss langfristig abgesichert werden.
- Bessere Arbeitsbedingungen sowie höhere Löhne und Gehälter für Beschäftigte im Pflege- und Betreuungsbereich.
- Einheitliche Qualitäts- und Arbeitsstandards in ganz Österreich.
- Den Ausbau und die ausreichende Finanzierung von Palliativeinrichtungen.
- Flächendeckende und leistbare Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige.
- Höhere Ausbildungsstandards für 24-Stunden-Betreuer:innen.
Föger-Kalchschmied warnt davor, dass eine Gesellschaft, die Pflege nur verwaltet statt sie zu stärken, ihre Menschlichkeit aufs Spiel setzt. „Gute Pflege darf kein Luxus werden – weder für Betroffene noch für jene, die sie leisten. Pflegekräfte arbeiten mit unglaublicher Hingabe – und gehen trotzdem mit dem Gefühl nach Hause, den Anforderungen nicht gerecht geworden zu sein. Nicht, weil sie zu wenig leisten, sondern weil die Rahmenbedingungen längst nicht mehr menschlich sind. Das zerreißt viele innerlich. Wer heute Pflege leistet, bekommt dafür viel zu selten jene Anerkennung, die dieser Arbeit zusteht. Pflegekräfte verdienen Respekt, faire Arbeitsbedingungen und die Sicherheit, ihren Beruf ohne permanente Überlastung ausüben zu können“, appelliert Föger-Kalchschmied abschließend.