Die Geschichte der Gewerkschaft GPA

Die Gewerkschaft GPA ist heute die mitgliederstärkste Gewerkschaft Österreichs. Im Vergleich zu den anderen sechs Gewerkschaften innerhalb des ÖGB zeichnet sie sich vor allem durch eine Vielfalt der vertretenen Branchen und Mitglieder aus. Die von ihr repräsentierten Wirtschaftsbereiche reichen von Handel und Industrie über Banken, Sparkassen und Versicherungen bis zu Forschung, Erwachsenenbildung, Gesundheit und Soziales.

Ihre Entstehungsgeschichte geht bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, an den Beginn der österreichischen Gewerkschafts- und Arbeiterbewegung, zurück. Erste Angestelltengewerkschaften als Vorläuferorganisation der späteren Gewerkschaft GPA entstanden ab den 1880er-Jahren. Nach dem Verbot während des Austrofaschismus und nach dem Nationalsozialismus wurde die Gewerkschaft GPA 1945 unter dem Namen „Gewerkschaft der Angestellten in der Privatwirtschaft (GAP) gegründet. Am 30. April 1945 konstituierte sich der Vorstand der GAP. Erster Vorsitzender wurde Friedrich Hillegeist. Damit war der Grundstein für die spätere GPA (Gewerkschaft der Privatangestellten) gelegt, die diese Bezeichnung seit dem Jahr 1962 führte.

Der Einfluss der GPA zeigte sich unter anderem auch darin, dass ihre Repräsentanten auch immer wichtige politische Funktionen im Land ausübten. Friedrich Hillegeist war Abgeordneter zum Nationalrat und zweiter Nationalratspräsident. Rudolf Häuser (GPA Vorsitzender von 1962 bis 1974) war von 1970 bis 1976 Vizekanzler und Sozialminister unter der Bundesregierung von Bundeskanzler Bruno Kreisky.

Auch sein Nachfolger Alfred Dallinger (GPA Vorsitzender von 1974 bis 1989) bekleidete das Amt des Sozialministers von 1980 bis 1989. Dallingers Name wird heute mit den politischen Forderungen nach einer Arbeitszeitverkürzung und der Wertschöpfungsabgabe verbunden.

Nach dem tragischen Tod Dallingers in Folge eines Flugzeugabsturzes übernahm Lore Hostasch das Amt der GPA-Vorsitzenden (1989 bis 1994). Hostasch war AK-Präsidentin (1994 bis 1997) und Sozialministerin (1997 bis 2000).

Zwischen 1994 und 2005 war Hans Sallmutter Vorsitzender der GPA. Er bekleidete das Amt des Präsidenten des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger. 2005 folgte ihm Wolfgang Katzian. Durch die Fusion der GPA mit der Gewerkschaft Druck, Journalismus, Papier (djp) im Jahr 2006 lautete der Name der Gewerkschaft GPA-djp.

Von März bis Oktober 2006 sowie von Oktober 2008 bis September 2018 war Wolfgang Katzian Abgeordneter zum Nationalrat für die SPÖ. Von 2009 bis 2018 war er auch Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) im ÖGB.

Im Juni 2018 wurde Katzian (erstmals als Vertreter der GPA) zum Präsidenten des ÖGB gewählt.  

In der GPA-djp folgte im Juni 2018 Barbara Teiber als Vorsitzende nach.

Das Bundesforum der GPA-djp im November 2020 musste Corona bedingt in zwei Etappen abgehalten werden. Bei der Online-Wahl wurde Barbara Teiber mit großer Mehrheit als Vorsitzende gewählt und die Umbenennung der GPA-djp in "GPA, meine Gewerkschaft" beschlossen.

Im Herbst 2020 erschien im ÖGB Verlag das Buch „Eine Gewerkschaft in Bewegung. Die Geschichte der GPA“