Kindergarten: Mehr Tempo bei einheitlichen Qualitätsstandards notwendig
GPA-Vorsitzende Barbara Teiber fordert bessere Arbeitsbedingungen
Anlässlich des Tags der Elementarpädagogik erneuert die Gewerkschaft GPA ihre Forderung nach einem bundeseinheitlichen Rahmengesetz für die Kindergartenpädagogik: „Auch im Jahr 2026 entscheidet in Österreich der Wohnort über die Qualität der Bildung und Betreuung – das ist absurd“, erklärt Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA. Es ist leicht sich Bildung auf die Fahnen zu heften, doch nun müssen den Worten endlich Taten folgen. Das bedeutet einheitliche Qualitätsstandards und ausreichende Finanzierung statt Ausreden und Kompetenz-Wirrwarr.. Dazu Bedarf es einer Reformpartnerschaft zwischen Bund, Ländern und Gemeinden.
„Beste Bildung braucht beste Rahmenbedingungen statt leerer Worte!“
Neben einem einheitlichen Bundesgesetz fordert die Gewerkschaft GPA Verbesserungen bei den Rahmenbedingungen: Wer für das Wohl unserer Kinder verantwortlich ist, braucht die Zeit und Mittel, um sie bestmöglich zu fördern und begleiten. Deshalb fordern wir, dass 25 Prozent der vereinbarten Arbeitszeit für Vor- und Nachbereitungsarbeiten genutzt werden sollen.
Dringender Handlungsbedarf
Auch Karin Wilflingseder, Sprecherin der Wiener Themenplattform Elementar-, Hort- und Freizeitpädagogik sieht dringenden Handlungsbedarf: Die Anforderungen, die uns in unserer täglichen Arbeit begegnen, von Inklusion über Sprachförderung, sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Damit wir diese Herausforderungen bewältigen können, muss sich diese Veränderung aber auch in den Arbeitsbedingungen widerspiegeln. Dies sei vor allem entscheidend, um den anhaltenden Personalmangel zu bekämpfen: "Wir beobachten seit Jahren, dass viele Kolleg:innen den Beruf wieder verlassen, weil sie genau an diesen Rahmenbedingungen scheitern. Hier müssen wir ansetzten, wenn wir dem Personalmangel etwas entgegensetzen wollen.“, fordert Wilflingseder.
"Wir beobachten seit Jahren, dass viele Kolleg:innen den Beruf wieder verlassen, weil sie an den Rahmenbedingungen scheitern. Hier müssen wir ansetzten!"
Dem Reformprozess, der nun seitens Wiener Stadtregierung angekündigten wurde, steht man positiv gegenüber: „Die Probleme in der Praxis anzuerkennen ist ein erster Schritt, aber jetzt geht es ums Anpacken. Unsere Forderungen liegen seit langem auf dem Tisch“, so Wilflingseder. Es braucht einen echten Modernisierungsschub in der Elementarpädagogik nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, von einem entsprechendem Personal-Kind-Schlüssel bis zu multiprofessionellen Teams mit entsprechendem Fachpersonal.
Die Gewerkschaft GPA setzt sich darüber hinaus für eine bessere Entlohnung in der Elementarpädagogik ein. Erst vor kurzem konnte ein neuer Mindestlohntarif erreicht werden. Das neue Mindestgehalt liegt nun bei 3.170 Euro für Kindergartenpädagog:innen, bzw. 2216 Euro für Assistent:innen.