Verhandlungen 2026 für rund 130.000 Industrie-Beschäftigte gestartet
Forderungen für Elektro- und Elektronikindustrie übergeben, Gewerkschaften sehen Aufwärtstrend in der Industrie
Diese Woche starten die Gewerkschaften GPA und PRO-GE und in die Frühjahrsrunde für einige der größten und wichtigsten Industriebranchen des Landes. Insgesamt sind rund 130.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den folgenden Branchen beschäftigt: in der Chemischen Industrie, der Elektro- und Elektronikindustrie (EEI), der Glasindustrie, der Papierindustrie und der Textilindustrie. Diese Branchen erzielen einen jährlichen Umsatz von mehr als 50 Milliarden Euro. Das sind rund 25 Prozent der gesamten heimischen Industrie (ohne Bauindustrie).
„Es geht aufwärts. Das bestätigen die Zahlen. Sie sind spürbar besser und deutlich erfreulicher als die ständigen Stimmungsumfragen suggerieren.“
Der Fokus bei den Kollektiv-Vertragsverhandlungen liegt beim Geld. Es geht vor allem um dauerhafte Lohn- und Gehaltserhöhungen. Die Stärkung der Kaufkraft ist weiterhin zentral - vor allem für niedrige Einkommen, die besonders stark unter der hohen Teuerung der letzten Jahre leiden.
Absage an Nulllohnrunden-Fantasien
Die Gewerkschaften erwarten im heurigen KV-Frühling sehr intensive Verhandlungen. Möglichen Nulllohnrunden-Fantasien erteilen sie bereits jetzt eine klare Absage. Es geht um die Wertschätzung der Leistungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Daher Ja zu Kollektivvertragsverhandlungen auf Augenhöhe. Aber ein klares Nein zu respektlosen Nulllohnrunden-Forderungen.
Elektro- und Elektronikindustrie: Forderungen übergeben
Am 5. März fand die erste Kollektivvertragsverhandlung für die rund 60.000 Beschäftigten der Elektro- und Elektronikindustrie statt. Die Gewerkschaften GPA und PRO-GE fordern neben der Erhöhung der Löhne, Gehälter und Lehrlingseinkommen eine bessere Bezahlung für sehr belastende Arbeitszeiten. Zudem stehen unter anderem ein zusätzliche Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit Behinderung sowie eine leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche auf dem Forderungsprogramm.
„Die Industrie-Konjunktur hellt sich auf, gerade in der innovativen Elektro- und Elektronikindustrie gibt es sehr erfreuliche Ergebnisse. Die Zahlen belegen den Aufwärtstrend“, betont Eva Scherz, Verhandlungsleiterin deiner Gewerkschaft GPA. Gleichzeitig belasten die Folgen der Teuerungskrise die Beschäftigten nach wie vor. Daher stehen Lohn- und Gehaltserhöhungen heuer im Fokus.
Die nächste Verhandlung findet am 9. April statt.
„Die Industrie-Konjunktur hellt sich auf, gerade in der innovativen Elektro- und Elektronikindustrie gibt es sehr erfreuliche Ergebnisse.“
Die KV-Verhandlungsrunden im Überblick
Elektro- & Elektronikindustrie - rund 60.000 Beschäftigte
9. April: 2. Verhandlung
Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. Mai 2026
Textilindustrie - rund 7.500 Beschäftigte
11. März: 1. Verhandlung
23. März: 2. Verhandlung
Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. April 2026
Chemische Industrie - rund 50.000 Beschäftigte
24. März: 1. Verhandlung
9. April: 2. Verhandlung
Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. Mai 2026
Papierindustrie - rund 8.000 Beschäftigte
9. April: 1. Verhandlung
14. April: 2. Verhandlung
Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. Mai 2026
Glasindustrie - rund 6.800 Beschäftigte
12. Mai: 1. Verhandlung
1. Juni: 2. Verhandlung
Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. Juni 2026