Verhandlungen 2026 für rund 130.000 Industrie-Beschäftigte
Verhandlung in der Chemische Industrie unterbrochen, Forderungsübergabe für die Papierindustrie
Im März startete deine Gewerkschaft GPA und die Gewerkschaft PRO-GE in die Frühjahrsrunde für einige der größten und wichtigsten Industriebranchen des Landes. Insgesamt sind rund 130.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den folgenden Branchen beschäftigt: in der Chemischen Industrie, der Elektro- und Elektronikindustrie (EEI), der Glasindustrie, der Papierindustrie und der Textilindustrie. Diese Branchen erzielen einen jährlichen Umsatz von mehr als 50 Milliarden Euro. Das sind rund 25 Prozent der gesamten heimischen Industrie (ohne Bauindustrie).
Der Fokus bei den Kollektiv-Vertragsverhandlungen liegt beim Geld. Es geht vor allem um dauerhafte Lohn- und Gehaltserhöhungen. Die Stärkung der Kaufkraft ist weiterhin zentral - vor allem für niedrige Einkommen, die besonders stark unter der hohen Teuerung der letzten Jahre leiden.
Absage an Nulllohnrunden-Fantasien
Die Gewerkschaften erwarten im heurigen KV-Frühling sehr intensive Verhandlungen. Möglichen Nulllohnrunden-Fantasien erteilen sie bereits jetzt eine klare Absage. Es geht um die Wertschätzung der Leistungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Daher Ja zu Kollektivvertragsverhandlungen auf Augenhöhe. Aber ein klares Nein zu respektlosen Nulllohnrunden-Forderungen.
Chemische Industrie: Zweite Verhandlung ergebnislos unterbrochen
In der zweiten Verhandlungsrunde am 9. April für die rund 50.000 Beschäftigten der Chemischen Industrie konnte keine Einigung erzielt werden. Die Verhandlungen wurden nach sechs Stunden unterbrochen. Seitens der Arbeitgeber wurde kein Angebot vorgelegt. Deine Gewerkschaften GPA und die Gewerkschaft PRO-GE fordern weiterhin eine lineare, nachhaltige Lohn- und Gehaltserhöhung für alle Beschäftigten. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 21. April..
„Es sind die Kolleginnen und Kollegen, die seit Jahren unter schwierigen Bedingungen ihre Arbeit verrichten. Dieser Einsatz muss sich in einem fairen Angebot widerspiegeln“, betont Mario Mayrwöger, Verhandler deiner Gewerkschaft GPA. Die anhaltende Teuerung belastet die Beschäftigten tagtäglich. Umso wichtiger ist eine lineare, nachhaltige Lohn- und Gehaltserhöhung für alle Beschäftigten.
Papierindustrie: Forderungen übergeben
Die Verhandlungen für die Papierindustrie starteten am 9. April 2026. In der ersten Verhandlung wurden die gegenseitigen Forderungsprogramme erläutert und festgehalten, dass die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwierig sind. Die Ergebnisse der Betriebe sind trotzdem noch immer überwiegend positiv. Eine Arbeitszeitverlängerung kommt für deine Gewerkschaft GPA und die PRO-GE nicht in Frage. Ein Abschluss ohne eine spürbare nachhaltige Erhöhung wird es nicht geben. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 14. April statt.
Textilindustrie: Abschluss in zweiter Verhandlungsrunde erzielt
In der zweiten Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der Textilindustrie konnte am 23. März ein Abschluss erzielt werden. Trotz der herausfordernden Wirtschaftslage konnten die Sozialpartner eine Lösung am Verhandlungstisch finden, die für beide Seiten vertretbar ist. So steigen die KV-Gehälter mit 1. April um 2,9 Prozent. Die IST-Gehälter werden um 2,5 Prozent erhöht, die Lehrlingseinkommen um 2,9 Prozent. Die kollektivvertragliche Reisekosten- und Trennungsentschädigung sowie die Messegelder steigen um 2,5 Prozent.
Elektro- und Elektronikindustrie: Forderungen übergeben
Am 5. März fand die erste Kollektivvertragsverhandlung für die rund 60.000 Beschäftigten der Elektro- und Elektronikindustrie statt. Die Gewerkschaften GPA und PRO-GE fordern neben der Erhöhung der Löhne, Gehälter und Lehrlingseinkommen eine bessere Bezahlung für sehr belastende Arbeitszeiten. Zudem stehen unter anderem ein zusätzliche Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit Behinderung sowie eine leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche auf dem Forderungsprogramm.
„Die Industrie-Konjunktur hellt sich auf, gerade in der innovativen Elektro- und Elektronikindustrie gibt es sehr erfreuliche Ergebnisse. Die Zahlen belegen den Aufwärtstrend“, betont Eva Scherz, Verhandlungsleiterin deiner Gewerkschaft GPA. Gleichzeitig belasten die Folgen der Teuerungskrise die Beschäftigten nach wie vor. Daher stehen Lohn- und Gehaltserhöhungen heuer im Fokus.
Die nächste Verhandlung findet am 9. April statt.
Die aktuellen KV-Verhandlungsrunden im Überblick
Elektro- & Elektronikindustrie - rund 60.000 Beschäftigte
24. April: 2. Verhandlung
Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. Mai 2026
Chemische Industrie - rund 50.000 Beschäftigte
21. April: 3. Verhandlung
Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. Mai 2026
Papierindustrie - rund 8.000 Beschäftigte
14. April: 2. Verhandlung
Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. Mai 2026
Glasindustrie - rund 6.800 Beschäftigte
12. Mai: 1. Verhandlung
1. Juni: 2. Verhandlung
Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. Juni 2026