Verhandlungen 2026 für rund 130.000 Industrie-Beschäftigte
Die aktuellen KV-Verhandlungsrunden im Überblick
Seit März verhandeln deine Gewerkschaft GPA und die Gewerkschaft PRO-GE in der Frühjahrsrunde die Kollektivverträge für einige der größten und wichtigsten Industriebranchen des Landes. Insgesamt sind rund 130.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den folgenden Branchen beschäftigt: in der Chemischen Industrie, der Elektro- und Elektronikindustrie (EEI), der Glasindustrie, der Papierindustrie und der Textilindustrie. Diese Branchen erzielen einen jährlichen Umsatz von mehr als 50 Milliarden Euro. Das sind rund 25 Prozent der gesamten heimischen Industrie (ohne Bauindustrie).
Der Fokus bei den Kollektiv-Vertragsverhandlungen liegt beim Geld. Es geht vor allem um dauerhafte Lohn- und Gehaltserhöhungen. Die Stärkung der Kaufkraft ist weiterhin zentral - vor allem für niedrige Einkommen, die besonders stark unter der hohen Teuerung der letzten Jahre leiden.
Absage an Nulllohnrunden-Fantasien
Die Verhandlungen gestalten sich im heurigen KV-Frühling sehr schwierig. Das Verhalten der Arbeitgeberseite ist in einigen Branchen mehr als respektlos. Die Gewerkschaften erteilen möglichen Fantasien über Nulllohnrunden deshalb eine klare Absage. Denn Angebote ohne dauerhafte Lohn- und Gehaltserhöhungen sind eine Verhöhnung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und nicht weniger als Lohn- und Gehaltsraub auf dem Rücken der Beschäftigten!
Chemische Industrie: Verhandlungen ergebnislos unterbrochen
Die dritte Verhandlungsrunde für die rund 50.000 Beschäftigten der Chemischen Industrie wurde heute nach vier Stunden abgebrochen, nachdem seitens der Arbeitgeber ein respektloses Angebot in Form einer Einmalzahlung von 250 Euro vorgelegt wurde. Für die Gewerkschaften GPA und PRO-GE ist dieses Angebot nicht nur inakzeptabel, sondern ein absoluter Affront gegenüber den Beschäftigten.
Gerade in Zeiten von Krisen und Teuerung hat diese Vorgehensweise nichts mit Vernunft zu tun, sondern ist die Reinform einer Provokation auf dem Rücken der Beschäftigten! Bei der österreichweiten Betriebsrät:innen-Konferenz der Branche am 23. April wurde deshalb beschlossen, Betriebsversammlungen einzuberufen, wenn es auch in der nächsten Verhandlungsrunde zu keiner Einigung kommt. Deine Gewerkschaft GPA und die Gewerkschaft PRO-GE fordern eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Lehrlingseinkommen um 3,5 Prozent.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am 29. April statt.
Papierindustrie: Einigung bleibt weiterhin aus
In der dritten Verhandlungsrunde der Papierindustrie wurde kein Abschluss zwischen den Sozialpartnern erzielt. Obwohl die Gespräche weiterhin konstruktiv verliefen, wurde seitens der Arbeitgeber erneut kein konkretes Angebot vorgelegt. Die einzig klare Aussage der Arbeitgeber war, dass sie einen Abschluss deutlich unter der Inflationsrate anstreben, der über eine Einmalzahlung kompensiert werden soll.
Das ist für deine Gewerkschaft GPA nicht akzeptabel, das Verhandlungsteam fordert weiterhin die Abgeltung der durchschnittlichen Teuerung von 3,35 Prozent. Aufgrund des aktuellen Verhandlungsstandes findet am 28. April 2026 eine Betriebsrät.innen-Konferenz statt. Bei dieser Konferenz wird die weitere Vorgangsweise festlegen, wenn es weiterhin zu keiner Einigung kommt.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am 30. April 2026 statt.
Textilindustrie: Abschluss in zweiter Verhandlungsrunde erzielt
In der zweiten Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der Textilindustrie konnte am 23. März ein Abschluss erzielt werden. Trotz der herausfordernden Wirtschaftslage konnten die Sozialpartner eine Lösung am Verhandlungstisch finden, die für beide Seiten vertretbar ist. So steigen die KV-Gehälter mit 1. April um 2,9 Prozent. Die IST-Gehälter werden um 2,5 Prozent erhöht, die Lehrlingseinkommen um 2,9 Prozent. Die kollektivvertragliche Reisekosten- und Trennungsentschädigung sowie die Messegelder steigen um 2,5 Prozent.
Elektro- und Elektronikindustrie: Kein Ergebnis bei zweiter Verhandlungsrunde
Die zweite Gesprächsrunde für die rund 60.000 Beschäftigten der Elektro- und Elektronikindustrie (EEI) wurde am 24. April ohne Ergebnis unterbrochen. Deine Gewerkschaft GPA und die PRO-GE fordern die Arbeitgeber auf, bei der nächsten Verhandlungsrunde endlich ein seriöses Angebot für Lohn- und Gehaltserhöhungen auf den Tisch zu legen. Es werde daher eine entscheidende Runde, betonen die Verhandlungsleiter der Arbeitnehmer:innenseite.
„Sollte es in der nächsten Verhandlungsrunde keine substanziellen Fortschritte geben, werden die Betriebsrätinnen und Betriebsräte zeitnah die weitere Vorgangsweise beraten und beschließen,“ erklärt Eva Scherz, Verhandlerin deiner Gewerkschaft GPA. Die nächste Verhandlung findet am 29. April statt.
Die aktuellen KV-Verhandlungsrunden im Überblick
Chemische Industrie - rund 50.000 Beschäftigte
29. April: 4. Verhandlung
Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. Mai 2026
Papierindustrie - rund 8.000 Beschäftigte
30. April: 4. Verhandlung
Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. Mai 2026
Elektro- & Elektronikindustrie - rund 60.000 Beschäftigte
29. April: 3. Verhandlung
Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. Mai 2026
Glasindustrie - rund 6.800 Beschäftigte
12. Mai: 1. Verhandlung
1. Juni: 2. Verhandlung
Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. Juni 2026