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Sozialwirtschaft: Gewerkschaften fordern Gehaltserhöhung deutlich über der Inflation!

Reale Einkommenserhöhung und Rahmenrechtspaket im Zentrum
Sozialwirtschaft 2022
AdobeStock

Am Montag, 19.09.2022, überreichten die Gewerkschaften GPA und vida dem Arbeitgeberverband „Sozialwirtschaft Österreich“ das Forderungsprogramm für die Kollektivvertragsverhandlungen für die 130.000 Beschäftigten im privaten Gesundheits- und Sozialbereich. Im Zentrum steht die Forderung nach einer realen und nachhaltigen Erhöhung der Löhne und Gehälter.

Wir fordern eine Lohn- und Gehaltserhöhung, die nicht nur die Teuerung abdeckt, sondern die hervorragenden Leistungen der Kolleginnen und Kollegen im vergangenen Jahr berücksichtigt.

Eva Scherz, Verhandlerin der Gewerkschaft GPA

„In Zeiten multipler Krisen sind soziale Arbeit und Gesundheitsberufe besonders gefordert. Diesem Umstand muss Rechnung getragen werden“, sagt Eva Scherz, Verhandlerin der Gewerkschaft GPA.

Dringend mehr Personal

„Die Sozialwirtschaft braucht dringend mehr Personal, um die bereits in der Branche beschäftigten Kolleginnen und Kollegen zu entlasten“, verweist Beatrix Eiletz, Betriebsratsvorsitzende der Volkshilfe, auf die 29 Pandemiemonate, die ein Brennglas auf die Arbeitsbedingungen geworfen haben. Jetzt würde zudem die Teuerung voll zuschlagen. „Jeder Euro mehr, der durch Zuschläge für Mehrarbeit, Verbesserungen bei den Einstufungen und durch die Erhöhung des Kilometergelds auf 60 Cent pro Kilometer, bei den Beschäftigten ankommt, ist essenziell.“

Die Sozialwirtschaft braucht dringend mehr Personal, um die bereits in der Branche beschäftigten Kolleginnen und Kollegen zu entlasten!

Beatrix Eiletz, Betriebsratsvorsitzende der Volkshilfe

Darüber hinaus werden Verbesserungen bei der Vorbereitungszeit im Kinderbetreuungsbereich, ein Flexibilisierungszuschlag für kurzfristige Änderungen im Dienstplan sowie höhere Lehrlingseinkommen, Unterstützungen für die Lehre mit Matura und - nach der Durchsetzung der 37-Stunden-Woche im Jahr 2020 – eine weitere Arbeitszeitverkürzung gefordert.

Frauenanteil und Teilzeitquote bei 70 Prozent

Die Sozialwirtschaft Österreich umfasst 130.000 Beschäftigte. Neben prominenten Berufsgruppen wie der Pflege und Betreuung finden sich etwa auch Pflegeeltern, Tagesmütter, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus der schulischen Tagesbetreuung und aus Kindertagesbetreuungseinrichtungen, aus der Schulsozialarbeit und -assistenz, aus mobilen Erziehungshilfen, Einrichtungen der vollen Erziehung, aus dem Bereich der persönlichen Assistenz, der Suchtberatung und viele weitere. Der Frauenanteil beträgt rund 70 Prozent. Die Teilzeitquote beträgt ebenfalls etwa 70 Prozent. Die letzten Verhandlungen dieses Kollektivvertrags fanden 2020 statt, dabei konnte die generelle 37-Stunden-Woche durchgesetzt werden.