KV-Handel: GPA-djp für vernünftiges Gesamtpaket offen

Arbeitgeber bestätigen, dass bei Arbeitszeit entsprechende Rahmenbedingungen nötig sind

Morgen, Dienstag, gehen die Kollektivvertragsverhandlungen für die Angestellten im Handel in die 3. Runde. Bislang waren die Arbeitgeber nicht bereit, sich ernsthaft mit den Forderungen der Gewerkschaft zum Thema Arbeitszeit auseinander zu setzen. „Wenn das Ziel der Arbeitgeber ein vernünftiges Gesamtpaket ist, dann ist das ganz in unserem Sinne. Wir appellieren deshalb an die Vertreter der Arbeitgeberseite, ihr bisheriges Angebot nachzubessern und zu überdenken und den Beschäftigten und ihren Anliegen den nötigen Respekt entgegen zu bringen“, so die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) Anita Palkovich.

12-Stunden-Tag im Handel

„Wenn der Verhandlungsführer der Arbeitgeber Peter Buchmüller uns nach der letzten Verhandlung über die Medien ausrichtet, die Arbeitgeber des Handels wollten ja gar nicht, dass die Beschäftigten im Handel 12 Stunden lang arbeiten, weil dann die Konzentration nachlässt, dann sollten wir die Verhandlungen dazu nutzen, im Kollektivvertrag Rahmenbedingungen zu schaffen, die dies verhindern. Man kann nicht davon ausgehen, dass alle Arbeitgeber sich an gute Ratschläge halten, wenn es die gesetzlichen Möglichkeiten gibt“, so der Vorsitzende der Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA-djp, Franz Georg Brantner.

Österreichweit Betriebsrätekonferenzen

In allen Bundesländern fanden im Handel Betriebsrätekonferenzen statt, in denen über den aktuellen Verhandlungstand informiert und den Forderungen für die KV-Runde Nachdruck verliehen wurde. „Wir unterstützen unser Verhandlungsteam und lassen uns nicht von Zurufen der Arbeitgeberseite auseinanderdividieren. Wir erwarten eine ersthafte Diskussion und Auseinandersetzung über unsere Forderungen“, heißt es in der Resolution der Betriebsräte.

Die Forderungen der GPA-djp bleiben voll aufrecht:

  • reale Gehaltserhöhung für alle
  • Lehrlingsentschädigung von mindestens 700 Euro (900 2. Jahr, 1.100 3. Jahr)
  • Leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche
  • Arbeit am 24.12. und 31.12. besser bezahlen
  • Bildung fördern – Bildungskarenz
  • Altersgerechte Arbeitszeit-Modelle
  • Volle Karenzzeitanrechnung für alle Ansprüche