Respektlosigkeit gegenüber Handelsangestellten ist kein Zukunftsprogramm

Diese Woche Betriebsrätekonferenzen in allen Bundesländern

„Während die Wirtschaftskammer versucht, in ganz Österreich unter dem Slogan #schaffenwir Zukunftsoptimismus zu verbreiten, präsentiert sich ihr Spitzenfunktionär im Handel als Vertreter eines Retro-Unternehmers, der gegenüber den Handelsangestellten vor allem Überheblichkeit und Respektlosigkeit übrig hat“, reagiert die Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) Barbara Teiber auf die gestrigen Aussagen von Arbeitgeber-Verhandler Peter Buchmüller.

Schon zu Beginn der Verhandlungen verstieg sich Buchmüller zu der Äußerung, Teilzeitbeschäftigte im Handel hätten ohnehin keinen Stress. Gestern meinte er gegenüber Medien, Kampfmaßnahmen in seiner Branche würden ihn „wenig jucken“ und Streiks seien ihm „Wurscht“. Sein Vorhalten des KV-Abschlusses aus dem Jahr 1989(!) in den aktuellen, in dem die Arbeitszeit von 40 auf 38,5 Stunden verkürzt wurde, ist eine billige Ausrede. „Es wäre gut, nicht in der Vergangenheit zu leben, sondern für die Zukunft im Handel an einem Strang zu ziehen“, erklärt Teiber.

„Es stellt sich die Frage, wie solche Aussagen bei den Vertretern anderer Handelsunternehmen im Verhandlungsteam ankommen. Es stehen nun alle Arbeitgeber in der Verantwortung, in einen konstruktiven Verhandlungsprozess auf Augenhöhe einzutreten und einen Beitrag zu einer Zukunftsperspektive der Branche und ihren Beschäftigten zu eröffnen“, so Teiber.

Die Verhandlungen für die 413.000 Handelsangestellte und 15.000 Lehrlinge werden am kommenden Dienstag, den 12.November 2019 fortgesetzt. Diese Woche finden in allen Bundesländern Betriebsrätekonferenzen statt, in denen weitere Kampfmaßnahmen beschlossen werden, sollte es zu keinem akzeptablen Angebot kommen.