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AK-Branchenanalyse – Jahresabschlüsse 2021

Adobe Stock - Max Bauermann

Die Elektro- und Elektronikindustrie wurde auf Basis vergleichbarer, vollständiger und öffentlicher Jahresabschlussdaten für die Jahre 2021, 2020 und 2019 von 89 österreichischen Unternehmen untersucht. Sie erzielten 2021 insgesamt Umsatzerlöse von 19,1 Mrd. Euro und beschäftigen 47.467 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (86 % Branchenanteil). 

Starkes Umsatzplus 

Die Unternehmen der Elektro- und Elektronikindustrie erzielten im Jahr 2021 ein starkes Umsatzplus von +11,8 %. Damit waren die Umsatzerlöse auch um +8,5 % höher als vor der Covid-19 Krise im Jahr 2019. Knapp drei Viertel der Unternehmen konnten Umsatzsteigerungen erzielen und 61 % der Unternehmen erreichten sogar ein zweistelliges Plus. Die Verteilung innerhalb der Branche zeigt eine beachtliche Konzentration. Die 5 umsatzstärksten Unternehmen (Infineon, Siemens AG, Sie-mens Mobility Kromberg & Schubert und Siemens Energy) erwirtschaften mit 8 Mrd. Euro 42 % des Umsatzes der gesamten Untersuchungsgruppe. 

Ertragslage ausgezeichnet – Gewinne mehr als verdoppelt 

Die Ertragsentwicklung – sowohl gemessen am Jahresüberschuss als auch am EBIT – war 2021 sehr positiv. Der kumulierte Jahresüberschuss der Unternehmen hat sich 2021 mehr als verdoppelt (+116 %) und war auch um 88 % höher als im Vorkrisenjahr 2019. 79 von 89 Unternehmen erzielten ein positives Ergebnis. Die operativen Gewinne der Branche entwickelten sich mit +106 % ebenfalls ausgezeichnet. Die durchschnittliche EBIT-Quote lag mit 4,6 % deutlich über dem Niveau der Vorjahre. 61 % der Unternehmen konnten den operativen Gewinn steigern. Mehr als ein Viertel der Unternehmen erzielte eine zweistellige EBIT-Quote. 

Die Verkaufspreise der Unternehmen konnten 2021 stärker erhöht werden als die angefallenen Kosten. Die Beschäftigten haben stark zur Ertragsverbesserung der Unternehmen beigetragen. Oder anders ausgedrückt: die hohen Gewinne wurden durchaus auch zu Lasten der Beschäftigten erzielt. Der Anteil des Personalaufwandes an der Betriebsleistung ist um -1,2 Prozentpunkte gesunken. 

Gewinnausschüttungen 

Nach den Rekord-Ausschüttungen der Elektro- und Elektronikindustrie für das Jahr 2020, wurden die Gewinnausschüttungen wieder deutlich zurückgenommen. Die Ausschüttungsquote betrug im Branchendurchschnitt 55 % (Vorjahr: 105%). Knapp die Hälfte der Unternehmen haben für 2021 eine Gewinnausschüttung getätigt – davon allerdings 2 von 3 Unternehmen den gesamten Jahresüberschuss bzw. mehr. 

Eigenkapitalausstattung – hohe Krisenfestigkeit 

Die Eigenkapitalausstattung ist mit einer durchschnittlichen Eigenkapitalquote von 40,2 % sehr gut. Der Großteil der Unternehmen verfügt über eine solide Eigenkapitalausstattung und hat ausreichende Reserven, um eventuelle weitere Krisen zu überstehen bzw. Verluste zu verkraften. Jedes vierte Unternehmen hat eine hervorragende Eigenkapitalquote von über 65 %. Selbst das untere Quartil liegt mit 25 % in einem guten Bereich. 

Investitionen – hohes Niveau 

Das Investitionsniveau der Elektro- und Elektronikindustrie war 2021 sehr hoch. Für Investitionen in das Sachanlagevermögen - Anlagen, Maschinen, Betriebsausstattung, Gebäude - wurden 4,8 % der Betriebsleistung verwendet. Die Branche hat in den letzten Jahren immer über dem Niveau von Ersatzbeschaffungen investiert. 2021 waren die Investitionen in das Sachanlagevermögen fast doppelt so hoch, wie die Abschreibungen. Die Investitionen in das Finanzanlagevermögen - Tochtergesellschaften, Beteiligungen, Ausleihungen, Wertpapiere - sind sogar auf 9,1 % der Betriebsleistung angestiegen, wurden jedoch im Wesentlichen von einigen wenigen Unternehmen getätigt. 

Beschäftigung und Personal – enorme Erhöhung der Leistungskennzahlen 

Die starke Ausweitung der Produktions- und Auftragswerte hat sich nicht in entsprechendem Ausmaß auf die Beschäftigungssituation ausgewirkt. 2021 gab es mit 55.140 nur um +1,4 % mehr Beschäftigte als im Jahr zuvor. In den ersten drei Quartalen 2022 war das Plus mit +5,3% deutlich höher (35.078 Angestellte, 21.049 Arbeiter:innen, 1.509 Lehrlinge; 27,4 % Frauenanteil). 

Die Personalaufwandstangente liegt mit 19,8 % um -1,2 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahres. Die Leistungskennzahlen konnten 2021 sehr stark gesteigert werden. Sie lagen auch deutlich über den Werten von 2019. Bei der Betriebsleistung pro Beschäftigten wurde 2021 ein Plus von +10,8 % erzielt. Die Produktivität konnte sogar um +13,2 % erhöht werden. 70 % der Unternehmen erzielten Produktivitätssteigerungen. Am stärksten fiel das Plus bei „Jahresüberschuss pro Beschäftigten“ mit +118% aus. Der durchschnittliche Personalaufwand pro Beschäftigten ist gleichzeitig nur um +4,7 % gestiegen. Das eigene Personal hat somit maßgeblich zur Bewältigung der Covid-19 Krise und zur hervorragenden Ertragslage der Unternehmen im Jahr 2021 beigetragen. Der Produktivitätsfortschritt wurde allerdings nur in geringem Ausmaß an die Beschäftigten weitergegeben.

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