Frühjahrsrunde: KV-Verhandlungen in der Elektro- und Elektronikindustrie gestartet
Gewerkschaften fordern Lohn- und Gehaltserhöhungen für 60.000 Beschäftigte, höhere Schichtzulagen und leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche
Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA haben am 5. März die industrielle Frühjahrsrunde mit den Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 60.000 Beschäftigten in der Elektro- und Elektronikindustrie (EEI) eröffnet. „Die Industriekonjunktur hellt sich auf, gerade in der innovativen Elektro- und Elektronikindustrie gibt es sehr erfreuliche Ergebnisse. Die Zahlen belegen den Aufwärtstrend“, betont Eva Scherz, Verhandlungsleiterin in deiner Gewerkschaft GPA. Gleichzeitig belasten die Folgen der Teuerungskrise die Beschäftigten weiterhin spürbar. Daher stehen Lohn- und Gehaltserhöhungen heuer im Fokus. Es geht in diesem Jahr also vor allem ums Geld.
Neben den Erhöhungen von Löhnen, Gehältern und Lehrlingseinkommen fordern die Gewerkschaften auch eine bessere Bezahlung für sehr belastende Arbeitszeiten. So soll die Zulage für die zweite Schicht auf 1,50 Euro pro Stunde und für die dritte Schicht auf 5 Euro pro Stunde steigen. Zudem stehen unter anderem eine zusätzliche Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit Behinderung sowie eine leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche auf dem Forderungsprogramm. Für die sechste Urlaubswoche gilt immer noch, dass, sofern es keine anrechenbaren Zeiten gibt, 25 Dienstjahre beim gleichen Arbeitgeber notwendig sind, um einen Anspruch zu haben.
Im Vorjahr konnten wir erst nach elf Wochen, fünf Verhandlungsrunden und Betriebsversammlungen einen neuen Kollektivvertrag abschließen. Die KV‑Löhne und Mindestgrundgehälter wurden damals um 3 Prozent erhöht. Die Ist‑Löhne und ‑Gehälter stiegen um 2,75 Prozent bzw. maximal um 115 Euro.
Die nächste Verhandlung findet am 9. April statt. Der neue Kollektivvertrag soll mit 1. Mai 2026 in Kraft treten.