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KV-Herbst: Mit Sicherheit mehr Gehalt!

Jetzt die Kaufkraft sichern!
Über 14.000 TeilnehmerInnen bei Demonstrationen - Deutliches Zeichen an die Bundesregierung rasch zu handeln

Die Gewerkschaft GPA verhandelt im Herbst für fast 1 Million Beschäftigte den Kollektivvertrag, in dem die jährlichen Lohn- und Gehaltserhöhungen festgelegt werden. Die Verhandlungen stehen unter dem Eindruck der aktuell extrem hohen Teuerungsrate. Gerade jetzt ist für die Beschäftigten die Sicherung der Kaufkraft enorm wichtig. Den Auftakt der Herbstlohnrunde bildete am 19. September für 190.000 Beschäftigte die Metallindustrie. Diese Kollektivvertragsrunde hat eine Art Leitfunktion und wir von der GPA gemeinsam mit der Produktionsgewerkschaft PRO-GE geführt.

Die Beschäftigten brauchen Sicherheit und Berechenbarkeit für das kommende Jahr. 

Karl Dürtscher, Verhandlungsführer der Gewerkschaft GPA

Die Gewerkschaften fordern eine Gehaltserhöhung von 10,6 Prozent. eine deutliche Anhebung der Lehrlingseinkommen, die Einführung eines Zuschlags für Samstagsarbeit, die Anhebung des Überstundenzuschlages für die 10. Arbeitsstunde und eine leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche.

Die Verhandlungsbasis ist die durchschnittliche Inflationsrate der letzten 12 Monate, die zwischen sechs und sieben Prozent liegen wird. „Da die Ertragslage der Metallindustrie im vergangenen Jahr eine sehr gute war, ist die Forderung nach einem Anteil an den wirtschaftlichen Erfolgen der Branche gerechtfertigt. Wir lassen uns sicher nicht mit einer bloßen Inflationsabgeltung abspeisen. Auch eine immer wieder kolportierte Einmalzahlung statt einer nachhaltigen Gehaltserhöhung ist keine Option. So wie es aussieht, bleibt die Teuerung länger auf einem sehr hohen Niveau“, so der Verhandlungsführer der GPA, Karl Dürtscher.

Sozialwirtschaft: Kaufkraftsicherung und weitere Verbesserung der Rahmenbedingungen

Auch für diesen Bereich stehen eine Kaufkraftsicherung und eine weitere Attraktivierung der Rahmenbedingungen auf der Agenda.

Eva Scherz, KV-Verhandlerin der Gewerkschaft GPA

Ebenfalls am 19. September starteten die Verhandlungen für die 130.000 Beschäftigten des privaten Gesundheits- und Sozialbereiches (Sozialwirtschaft), die gemeinsam mit der Gewerkschaft vida geführt werden. Die Pandemie hat die Arbeitsbedingungen und die gesellschaftliche Relevanz der Branche stark in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Der Bereich betrifft nicht nur die Pflege und Betreuung, sondern auch Pflegeeltern, Tagesmütter, die schulische Tagesbetreuung, mobile Erziehungshilfen, die Suchtberatung und viele weitere. 

„Auch für diesen Bereich steht eine Kaufkraftsicherung durch eine ordentliche Gehaltserhöhung im Mittelpunkt, aber auch eine weitere Attraktivierung der Rahmenbedingungen der Branche ist auf der Agenda“, sagt die Verhandlerin der GPA, Eva Scherz. Diesbezüglich konnten die Gewerkschaften in den vergangenen Jahren viel erreichen. So konnte mit 1.1.2022 die Verkürzung der wöchentlichen Normalarbeitszeit auf 37 Stunden durchgesetzt werden. Anrechnung von Karenzzeiten, Pflegekarenz, Papamonat mit Kündigungsschutz, Anspruch auf Altersteilzeit, sind nur ein paar Beispiele kollektivvertraglicher Erfolge der letzten Jahre.
Mehr dazu auf www.worte-reichen-nicht.at

Handel: Größte Branche mit großer gesamtwirtschaftlicher Bedeutung

Gerade jetzt brauchen die Beschäftigten im Handel die Sicherheit einer kontinuierlichen Gehaltsentwicklung.

Helga Fichtinger, KV-Verhandlerin der Gewerkschaft GPA

Einen Monat später starteten die Verhandlungen für die Angestellten des österreichischen Handels. Mit fast 500.000 Beschäftigten ist das der größte Kollektivvertag des Landes. Rund ein Drittel der Unternehmen der Wirtschaft sind dem Handel zuzuordnen, jeder siebte Arbeitsplatz wird im österreichischen Handel geschaffen. Rund zwei Drittel der Beschäftigten im Handel sind weiblich, die Teilzeitquote liegt bei 36 Prozent. Faktum ist, dass jeder zusätzliche Euro des Gehalts wieder direkt in den Konsum fließt. Der Handel selbst profitiert also von steigenden Einkommen seiner Beschäftigten.

Auch für den Handel gilt: Trotz der schwierigen Lage aufgrund der aktuellen Energiekosten haben große Teile der Branche im vergangenen Jahr gut verdient. „Viele Beschäftigte in der Branche, die nicht zu den Großverdienern zählen, sind angesichts der steigenden Preise für Energie, Wohnen und Lebensmittel echt verzweifelt. Gerade jetzt brauchen sie die Sicherheit einer kontinuierlichen Gehaltsentwicklung“, sagt die Verhandlerin der Gewerkschaft GPA, Helga Fichtinger.

Am 7. September 2022 fand eine vom ÖGB organisierte KV-VerhandlerInnenkonferenz statt. Dort verständigte man sich auf das Ziel, perspektivisch einen Mindestlohn und -gehalt von 2.000 Euro  in allen Kollektivverträgen zu erreichen.