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Robert-Hochner-Preis 2026 geht an Constanze Ertl

Jury würdigt aufklärerischen Journalismus im Medizin- & Sozialbereich

Der 22. Robert-Hochner-Preis geht an Constanze Ertl aus dem Chronik-Ressort der ORF-News.

Constanze Ertl wird ausgezeichnet für ihre couragierte und beharrliche Recherche und aufklärerische Berichterstattung über den hochsensiblen Bereich der vernachlässigten und schweren Krankheit ME/CFS.

Die Jury hob besonders hervor, dass Constanze Ertl sich dem Thema mit höchsten ethischen Ansprüchen widmet und es für ein breites Publikum gut verständlich aufbereitet hat. Dabei zeigte Ertl auf, wie sich fehlende medizinische Versorgung und mangelnde soziale Absicherung auf das Leben der Betroffenen und ihr Umfeld auswirken. Das zugrunde liegende Thema ist gekennzeichnet durch Widerstand durch das medizinische Establishment sowie mangelndes gesellschaftliches Wissen und Verständnis über die Krankheit.

Laut Schätzungen des Nationalen Referenzzentrums für postvirale Syndrome sind allein in Österreich mehr als 70.000 Menschen an ME/CFS erkrankt. Ein Großteil kann keiner Erwerbsarbeit mehr nachgehen; rund 20 Prozent – also 14.500 Menschen – sind so schwer betroffen, dass sie das Haus oder Bett nicht mehr verlassen können.

Constanze Ertl hat erfolgreich auf politische Versäumnisse aufmerksam und mit journalistischer Durchsetzungskraft ein gesellschaftspolitisches Tabuthema sichtbar gemacht. Damit empowered sie Menschen, denen ihre Kraft ausgegangen ist.

Der Robert-Hochner-Preis wird jährlich von der Journalist:innengewerkschaft in Kooperation mit dem Sponsor VERBUND ausgelobt. Er wird von Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen überreicht. Der Jury gehörten an: Ingrid Brodnig, Fritz Hausjell, Corinna Milborn, Monika Riedel, Clarissa Stadler, Paul Vécsei, Elke Ziegler und Nora Zoglauer.