Ich arbeite in Kurzarbeit

In wirtschaftlich schwierigen Situationen kann Kurzarbeit vereinbart werden. Wir erklären dir, was sich dadurch für dich ändert und welche Ansprüche du jetzt hast.

Was ist Kurzarbeit?

Von Kurzarbeit spricht man, wenn in einem Betrieb die Arbeitszeit für eine gewisse Zeit lang verringert wird, um Kündigungen in Folge einer Krise zu vermeiden. Das passiert auf Basis einer Sozialpartnervereinbarung, es müssen sich also die Vertretungen von ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen einig sein.

Wie kommt es zu Kurzarbeit?

Kurzarbeit kann beantragt werden, wenn wirtschaftliche Schwierigkeiten vorliegen, die nicht saisonbedingt sind. Dazu muss der Arbeitgeber rechtzeitig das AMS verständigen. Dann findet eine üblicherweise eine Beratung über anderweitige Lösungs- und Unterstützungsmöglichkeiten statt, bei der der Betriebsrat und die Gewerkschaft dabei ist. Die Vertretungen von ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen einigen sich dann in einem bestimmten Rahmen darauf, wie viel weniger gearbeitet werden soll. Dabei wird auch festgelegt, für wen die Kurzarbeit gilt, dass während der Kurzarbeit nicht MitarbeiterInnen abgebaut werden dürfen und eventuell wird eine Behaltefrist nach der Kurzarbeit vereinbart.

Welche Regelungen gelten in der Kurzarbeit?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Wie genau die Kurzarbeit in deinem Betrieb gestaltet wird, hängt davon ab, worauf sich Betriebsrat, Gewerkschaft, AMS und Arbeitgeber einigen.

Wie funktioniert die Corona-Kurzarbeit?

Während des Lockdowns haben die Gewerkschaften mit der Wirtschaftskammer eine besondere Corona-Kurzarbeit verhandelt und der Regierung vorgelegt. Folgendes gilt in der aktuellen Form der Corona-Kurzarbeit:

Die momentane Phase der Kurzarbeit kann für maximal sechs Monate in Anspruch genommen werden.

ArbeitnehmerInnen bekommen in der Kurzarbeit 90 Prozent des bisherigen Nettoentgeltes, wenn das Bruttoentgelt vor Kurzarbeit bis zu 1.700 Euro betragen hat, 85 Prozent des bisherigen Nettoentgeltes, wenn das Bruttoentgelt vor Kurzarbeit zwischen 1.700 und 2.685 Euro betragen hat, 80 Prozent des bisherigen Nettoentgeltes, wenn das Bruttoentgelt vor Kurzarbeit mehr als 2.685 Euro betragen hat. Zulagen, Zuschläge und Überstundenpauschalen werden miteinberechnet.

Lehrlinge bekommen 100 Prozent ihres Lehrlingseinkommens. Lehrlinge können nur zur Kurzarbeit angemeldet werden, wenn die Ausbildung sichergestellt wird. Mindestens 50 Prozent der ausgefallenen Arbeitszeit sind für ausbildungs- und berufsrelevante Maßnahmen zu nutzen.

ArbeitnehmerInnen müssen nach Ende der Kurzarbeit mindestens ein Monat weiter beschäftigt werden. Arbeitgeberkündigungen dürfen in der Regel erst danach ausgesprochen werden. Nur in Ausnahmefällen kann die Behaltefrist mit Zustimmung der Gewerkschaft verkürzt werden oder entfallen.

Kommt es während der Kurzarbeit zu einer Erhöhung des Einkommens (das kann durch Erhöhungen im Kollektivvertrag, Vorrückungen, etc. sein), muss das Kurzarbeitsentgelt neu berechnet und angepasst werden.

Die Arbeitszeit kann zwischen 30 und 80 Prozent von der Normalarbeitszeit vor Beginn der Kurzarbeit liegen. Für die Dauer der Kurzarbeit kann sie innerhalb dieser Bandbreite durchgerechnet werden. Weniger als 30 Prozent Arbeitszeit ist nur in Ausnahmefällen und mit Zustimmung der Sozialpartner möglich.

ArbeitnehmerInnen in der aktuellen Corona-Kurzarbeitsphase sind verpflichtet, sich weiterzubilden. Diese Aus- bzw. Weiterbildung muss vom Arbeitgeber angeboten werden. Sie ist im Ausmaß der ursprünglichen normalen Arbeitszeit möglich.

Unternehmen müssen wirtschaftlich begründen, warum sie Kurzarbeit anmelden. Das wird von jemandem außerhalb des Unternehmens kontrolliert, z.B. durch eine/n SteuerberaterIn.

Die GPA hilft

GPA-Mitgliedern steht ein vielfältiges Beratungsangebot zu arbeitsrechtlichen Fragen zur Verfügung. Nicht-Mitglieder können unter 050301-301 eine kostenlose Erstberatung in Anspruch nehmen.