Neue Jobs statt Steuererleichterungen für Unternehmen: Warum Arbeitszeitverkürzung wichtig ist

GPA-djp-Vorsitzende Barbara Teiber kontert der Wirtschaftskammer

Während die Gewerkschaften als wichtige Maßnahme gegen die Rekordarbeitslosigkeit eine Verkürzung der Arbeitszeit und damit die Schaffung neuer Jobs vorgeschlagen hat, verlangt die Wirtschaftskammer weiter Steuererleichterungen für Unternehmen.

Nach der Aussage Karlheinz Kopfs, Generalsekretär der Wirtschaftskammer, dass eine Arbeitszeitverkürzung zu weniger Arbeit und daher zu weniger Wohlstand führe, erklärt Barbara Teiber, Vorsitzende der GPA-djp, warum eine Arbeitszeitverkürzung wichtig wäre und sagt: „WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf beherrscht das wirtschaftspolitische Einmaleins nicht.“

„Arbeitszeitverkürzung bedeutet nicht weniger Arbeit, sondern die vorhandene Arbeit auf mehr Köpfe zu verteilen. Für die freiwerdende Arbeitszeit sollen nach unserem Modell geförderte Arbeitsplätze geschaffen werden. Mehr Arbeitsplätze bedeuten mehr Kaufkraft und dadurch mehr Inlandskonsum sowie mehr Steuereinnahmen, mit denen zielgerichtet investiert werden kann“, ist die Gewerkschafterin überzeugt.

„Die Arbeitgeber argumentieren wie vor hundert Jahren: Bei jeder Arbeitszeitverkürzung haben die Arbeitgeber einen Totaleinbruch der Wirtschaft erwartet. Sukzessive wurde die Regelarbeitszeit von 48 auf 40 Stunden gesenkt und die österreichische Wirtschaft ist währenddessen aufgeblüht“, so Teiber.

„Dass die Wirtschaftskammer für Steuererleichterungen für Unternehmen lobbyiert und gleichzeitig die Wünsche der Mehrheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ignoriert zeigt das Weltbild, das hier vorherrscht“, meint die GPA-djp-Vorsitzende.

Die GPA-djp hat das Modell „90 für 80“ vorgeschlagen, bei dem beispielsweise vier MitarbeiterInnen ihre Arbeitszeit auf 80 Prozent senken und dafür eine fünfte eingestellt werden soll. Das Gehalt wird nur auf 90 Prozent reduziert, die Differenz zahlt das AMS. Das Modell soll für die Beschäftigten freiwillig sein. Sozialminister Anschober hat bereits angekündigt dieses Modell zu unterstützen. „Jetzt braucht es endlich eine konkrete Umsetzung!“, fordert Teiber.