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Endlich die Gehaltsschere schließen

Equal Pay Day 2026: Frauen verdienen immer noch um 11,6% weniger! 

Lohntransparenz als zentraler Hebel

Am 11. Februar markiert der Equal Pay Day erneut die anhaltende Einkommensungleichheit zwischen Frauen und Männern in Österreich. Frauen verdienen hierzulande im Durchschnitt 11,6 Prozent weniger als Männer. „Diese 11,6 Prozent sind kein abstrakter Wert, sondern ein konkreter Einkommensverlust für Frauen – Monat für Monat, Jahr für Jahr“, betont Sandra Steiner, Frauenvorsitzende deiner Gewerkschaft GPA.

Rund 40 Tage pro Jahr ohne Bezahlung

Was dieser Unterschied bedeutet, lässt sich klar beziffern: Frauen arbeiten rechnerisch rund 40 Tage pro Jahr ohne Bezahlung. „40 unbezahlte Arbeitstage sind kein individuelles Problem, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheit am Arbeitsmarkt“, so Steiner. Noch drastischer wird die Perspektive über das gesamte Erwerbsleben hinweg. Statistisch gesehen leisten Frauen jedes neunte Arbeitsjahr gratis.

Ohne substanzielle Gegenmaßnahmen würde tatsächliche Lohngleichheit erst 2043 erreicht werden. Vor diesem Hintergrund gewinnt die EU-Lohntransparenzrichtlinie an zentraler Bedeutung. Sie verpflichtet Unternehmen künftig zu klaren Gehaltsangabennachvollziehbaren Entgeltkriterien und mehr Transparenz bei Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern. Österreich muss diese Richtlinie 2026 in nationales Recht umsetzen.

Lohntransparenz ist kein Selbstzweck

„Lohntransparenz ist kein Selbstzweck, sondern ein wirksames Instrument, um Ungleichbehandlung sichtbar und korrigierbar zu machen“, sagt Steiner. Entscheidend sei nun eine konsequente und praxistaugliche Umsetzung.  „Die Umsetzung der EU-Richtlinie in Österreich muss rasch, ohne Schlupflöcher und mit wirksamen Berichtspflichten erfolgen. Denn klare Auskunftsrechte sind kein Luxus, sondern die Grundvoraussetzung für faire Arbeit!“, betont Steiner abschließend. 

Teilzeitbeschäftigung wegen unbezahlter Betreuungs- und Pflegearbeit

Frauen arbeiten häufig ungewollt in Teilzeit, da unbezahlte Care-Arbeit – wie Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder Hausarbeit – noch immer Frauen zugeschrieben wird. Rund 50 Prozent der Frauen sind teilzeitbeschäftigt, bei Müttern mit Kindern unter 15 Jahren sogar drei Viertel. Bei Männern liegt der Anteil bei nur 13 Prozent.

Fast 40 Prozent der Frauen in Österreich nennen Care-Arbeit als Hauptgrund für Teilzeit. Österreich zählt zu jenen Ländern, in denen Teilzeitarbeit das häufigste Modell zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist.

Diskriminierung bei Gehaltsverhandlungen und Aufstiegsmöglichkeiten

Der Gender Pay Gap ist nicht ausschließlich auf Unterschiede zwischen Branchen oder Berufen zurückzuführen. Frauen werden nach wie vor bei Gehaltsverhandlungen benachteiligt und stoßen häufig auf Hürden, wenn es um Beförderungen oder Aufstiegsmöglichkeiten geht. Diese strukturelle Diskriminierung trägt erheblich zur geschlechtsspezifischen Einkommenslücke bei. Um dem entgegenzuwirken, ist die EU-Lohntransparenzrichtlinie von großer Bedeutung. >> Reden wir über's Geld!

ICH MACH MICH STARK - Für eine faire Bezahlung

Über Geld oder Arbeitszeit reden fällt dir nicht leicht? Wir unterstützen dich. Mach dich stark für deine individuelle faire Bezahlung und geh´ selbstbewusst in Gespräche mit Arbeitgeber:innen. Das Gehaltsverhandlungstool „Ich mach mich stark!“, macht Mut und bietet praktische Hilfestellung, um selbstbewusst höhere Gehälter einzufordern.

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Dein Kollektivvertrag hilft gegen Einkommensunterschiede

Auch DEIN Kollektivvertrag trägt zur Verringerung der Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern bei!

Im Kollektivvertrag kann zum Beispiel geregelt sein…

  • Anrechnung von Karenzzeiten bei dienstzeitabhängigen Ansprüchen
  • Anhebung des Mehrarbeitszuschlags
  • bei regelmäßiger Mehrarbeit Anspruch auf Erhöhung der vereinbarten Arbeitszeit
  • eine überproportionale Anhebung geringer Einkommen bzw. Mindesteinkommen
  • Arbeitszeitverkürzungen & flexible Arbeitszeitmodelle
  • Sonderbestimmungen für bestimmte Arbeitsleistungen (z.B. 8. Dezember im Handel)
  • Bestimmungen zur Förderung berufsbegleitender Bildung
  • Verbesserte Bestimmungen zu Pflegefreistellung, Papamonat usw.

Die Gewerkschaft GPA verhandelt im Jahr rund 170 Kollektivverträge in 25 Branchen.

Hier findest du den für dich geltenden Kollektivvertrag!

>> DU bist dein Kollektivvertrag – unterstütze uns bei den Verhandlungen und werde Mitglied deiner Gewerkschaft GPA.