Mineralölindustrie 2020: Erfolgreicher KV-Abschluss

Plus 2,6% KV-Erhöhung, plus 2,6% IST-Erhöhung mindestens 70,-- Euro brutto im Monat höchstens 260,-- Euro brutto im Monat

Bei den Kollektivvertragsverhandlungen am 21. Jänner 2020 für die ArbeitnehmerInnen in der Mineralölindustrie haben sich die Vertreter des Fachverbandes der Mineralölindustrie (FVMI) auf Arbeitgeberseite und die Gewerkschaftsvertreter von GPA-djp und PRO-GE auf ArbeitnehmerInnen-Seite nach einer schwierigen Verhandlungsrunde auf einen neuen Lohn- und Gehaltsabschluss geeinigt.

+2,6 % Mindestlohn/-gehalt
(Erhöhung der Vorrückungsbeträge um +2,6%)

+2,6 % Ist-Lohn-/Gehaltserhöhung
(mindestens 70.- Euro brutto im Monat, höchstens 260.- Euro brutto im Monat)

+2,6 % Lehrlingsentschädigung

+2,6 % Zulagen + Trennungskostenentschädigungen

+2,05 % Reisekosten und Aufwandsentschädigungen

RAHMENRECHTLICHE VERBESSERUNGEN

Sonntagsarbeit (§ 6 Pkt 9)

Der zweite Satz wird wie folgt neu gefasst:
Für ArbeitnehmerInnen, die keiner All-In-Vereinbarung unterliegen, gebührt jedoch bei Überstundenleistung an Sonntagen neben dem Sonntagszuschlag ein Überstundenzuschlag von 50% oder 100% entsprechend Pkt 6.

Nachtarbeitszulage

§ 12 Pkt. 1.2 zweiter Satz wird wie folgt neu gefasst:
Für jede Arbeitsstunde, die in die Zeit zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr bzw. in die Nachtschicht fällt, sofern sie spätestens um Mitternacht beginnt und mindestens 8 Stunden dauert, gebührt eine Nachtarbeitszulage von EUR 3,588 brutto pro Stunde.

Schichtzulage

§ 12 Pkt. 2.2 zweiter Satz wird wie folgt neu gefasst:
Die SchichtarbeiterInnen erhalten, solange und insoweit sie Schichtarbeit leisten, eine Schichtzulage in der Höhe von EUR 1,351 brutto je Stunde.

Freizeit bei Dienstverhinderungen

Die Gründe bei Dienstverhinderungen wurden entsprechend angepasst und modernisiert.

Geltungsbeginn und Geltungsdauer:

Als Geltungsbeginn des Kollektivvertrages wird der 1. Februar 2020 vereinbart.

Es herrscht Einvernehmen, dass der lohn- und gehaltsrechtliche Teil des Kollektivvertrages bis 31. Jänner 2021 gilt.

Eingeloggte Mitglieder können das Abschlussprotokoll, den Abschlussbrief und die neuen Tabellenwerte sowie den Kollektivvertrag downloaden.

 

25.11.2019: Mineralölindustrie KV-Verhandlungen 2020 gestartet

Am 15. November 2019 wurden die KV-Verhandlungen für die Beschäftigten der Mineralölindustrie Österreichs mit dem Wirtschaftsgespräch sowie der Überreichung des gemeinsamen Forderungsprogrammes der Gewerkschaften GPA-djp und PRO-GE an die Arbeitgeber gestartet.

Zu Beginn erörterten die Arbeitgeber die wirtschaftliche Situation der Branche.
Die Energiewende und der damit verbundene Umstieg auf erneuerbare Energieträger stellt die die Branche weiterhin vor große Herausforderungen. Auch sei das Wirtschaftswachstum im Sinken.

Von Seiten der Gewerkschaften GPA-djp und PRO-GE wurde auf die hohe Qualifikation der ArbeitnehmerInnen in der Branche und auf die enorme Leistungsbereitschaft der Beschäftigten hingewiesen. Die Bilanzkennzahlen und Ergebnisse der internationalen Unternehmungen in Österreich und jene der OMV sind weiterhin sehr gut.

Daher fordern GPA-djp und PRO-GE einen vernünftigen Reallohn- und Gehaltszuwachs für die Beschäftigten in der Branche. Nur dadurch ist es möglich, Kaufkraft zu stärken und einem abklingenden Wirtschaftswachstum entgegenzuwirken.

Die erste Verhandlungsrunde findet am 21. Jänner 2020 statt.

Eingeloggte Mitglieder können das Forderungsprogramm downloaden.