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Kollektivvertrag Caritas 2026: Beschäftigte erhalten ab April 2,6 Prozent mehr Gehalt

Pflegezuschuss für zwei Jahre befristet fortgeschrieben

Nach drei intensiven Verhandlungsrunden einigten sich die Gewerkschaften GPA und vida und der Verein karitativer Arbeitgeber*innen (VkA) auf einen neuen Kollektivvertrag für 2026 und 2027. Unter herausfordernden Rahmenbedingungen – geprägt durch deutlichen Spardruck seitens Bund, Ländern und Fördergebern – konnte ein Kompromiss erzielt werden, der vor allem im Rahmenrecht Verbesserungen bringt.

Das Ergebnis bringt ab 1.4.2026 ein Plus von 2,6 Prozent auf Kollektivvertragsgehälter, Zulagen und Zuschläge sowie ab 1.1.2027 eine Erhöhung der Gehälter um mindestens 2,3 Prozent, abhängig von der Inflation. Der Pflegezuschuss in der Höhe von 135,50 brutto pro Vollzeitmonat wurde für zwei Jahre befristet fortgeschrieben.

Verbesserungen im Rahmenrecht

Zudem wurden rahmenrechtliche Verbesserungen ab 1.1.2026 fixiert: Eltern, die für Kinder mit Behinderung eine erhöhte Familienbeihilfe beziehen, profitieren von einer zusätzlichen Woche Pflegefreistellung. Die Zeiten des Präsenzdienstes werden bei Neuantritten als Vordienstzeiten angerechnet und Lehrlinge erhalten im Rahmen von Lehre mit Matura fünf Tage bezahlte Freistellung.

Mit einer neuen Lohn- und Gehaltsstufe ab dem 18. Berufsjahr sollen ab 2027 Beschäftigte, die bereits sehr lange im Einsatz und im Dienst sind, in den Genuss eines zusätzlichen Biennalsprungs kommen.

„Der Abschluss ist ein harter, aber realistischer Kompromiss. Umso wichtiger ist, dass wir im Rahmenrecht konkrete Verbesserungen für die Beschäftigten durchsetzen konnten.“
Eva Scherz, Chefverhandlerin für die Gewerkschaft GPA

Eva Scherz, Verhandlerin für die Gewerkschaft GPA, sagt: „Der Abschluss ist vor dem Hintergrund knapper öffentlicher Mittel ein harter, aber realistischer Kompromiss. Umso wichtiger ist es, dass es gelungen ist, im Rahmenrecht konkrete Verbesserungen für die Beschäftigten durchzusetzen.“

In einem für die gesamte Soziallandschaft besonders herausfordernden Jahr ist es gelungen, gemeinsam einen verantwortungsvollen Abschluss zu erreichen. Trotz massivem finanziellem Druck durch politische Sparmaßnahmen konnten wir einen beidseitigen Kompromiss erzielen, der die Leistungen der Beschäftigten anerkennt und der gleichzeitig den budgetären Rahmenbedingungen Rechnung trägt.

Österreichweit gilt der Kollektivvertrag für mehr als 17.000 Beschäftigte in über 40 gemeinnützige Organisationen, die in der Pflege, im Bereich der Arbeit mit Menschen mit Behinderung, in der Arbeit mit obdachlosen und armutsbetroffenen Menschen oder im Bildungsbereich tätig sind.