KV 2026 Chemische Industrie: Dritte Verhandlungsrunde abgebrochen
Nach respektlosem Angebot folgt österreichweite Betriebsrät:innen-Konferenz
Die dritte Verhandlungsrunde für die rund 50.000 Beschäftigten der Chemischen Industrie wurde am 21. April nach vier Stunden abgebrochen, nachdem seitens der Arbeitgeber ein respektloses Angebot in Form einer Einmalzahlung von 250 Euro vorgelegt wurde. Für die Gewerkschaften GPA und PRO-GE ist dieses Angebot nicht nur inakzeptabel, sondern ein absoluter Affront gegenüber den Beschäftigten.
Entgegen des bisherigen konstruktiven und sozialpartnerschaftlichen Verhandlungsverlauf sehen die Gewerkschaften GPA und PRO-GE das Angebot als einen massiven Rückschritt in den Verhandlungen. Die Gewerkschaften berufen daher am 23. April eine österreichweite Konferenz der Betriebsrätinnen und Betriebsräte in Hörsching, Oberösterreich ein.
"Wenn man glaubt, uns mit einer Einmalzahlung abspeisen zu können, werden auch wir auch den Druck in Form von weiteren gewerkschaftlichen Maßnahmen erhöhen.“
„Eine Einmalzahlung von 250 Euro ohne jede nachhaltige Erhöhung der Löhne und Gehälter ist nichts anderes als ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten und eine absolute Geringschätzung der Leistung der Kolleginnen und Kollegen“, betonen die Verhandler der Arbeitnehmer:innenseite, Mario Mayrwöger, Gewerkschaft GPA und Hubert Bunderla, Gewerkschaft PRO-GE.
Die Beschäftigten erbringen jeden Tag unter schwierigen Bedingungen ihre Leistung, doch ihre Sorgen werden konsequent ausgeblendet. Gerade in Zeiten von Krisen und Teuerung hat diese Vorgehensweise nichts mit Vernunft zu tun, sondern ist die Reinform einer Provokation auf dem Rücken der Beschäftigten. Wir werden die Betriebsrätinnen und Betriebsräte der Branche bereits am Donnerstag, 23. April über den aktuellen Verhandlungsstand informieren und weitere Schritte beraten.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am 29. April statt.