KV 2026 Elektro- und Elektronikindustrie: 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt gefordert
Es brodelt in den Betrieben: Betriebsversammlungen von 11. bis 13. Mai
Noch vor der vierten Verhandlung am 18. Mai werden in den Unternehmen der Elektro- und Elektronikindustrie Betriebsversammlungen abgehalten, um die Beschäftigten über den Stand der KV-Runde zu informieren. Das haben rund 500 Betriebsrätinnen und Betriebsräte bei einer Konferenz in Wien beschlossen, bei der auch die weitere Vorgangsweise bei den Kollektivvertrags-Verhandlungen festgelegt wurde.
Verärgerung über das 1-Prozent-Angebot deutlich spürbar
Die Verärgerung der Belegschaftsvertreter:innen über das 1-Prozent-Angebot der Arbeitgeber war deutlich spürbar. Es liegt um 2,3 Prozent unter der relevanten Inflationsrate. Daher wurde einstimmig beschlossen, von 11. bis 13. Mai Betriebsversammlungen abzuhalten. Auch die Forderung nach mehr Lohn und Gehalt wurde konkretisiert: Die Einkommen sollen rückwirkend mit 1. Mai um 3,5 Prozent steigen. Die bisher angebotene Mini-Erhöhung ist äußerst respektlos gegenüber den Beschäftigten.
„Wir sind weiter bereit zu sozialpartnerschaftlichen Verhandlungen auf Augenhöhe, scheuen aber auch nicht den Konflikt. Die Zustimmung, weitere gewerkschaftliche Maßnahmen zu setzen, wird von Stunde zu Stunde größer. Die fehlende Wertschätzung erhöht merklich die Kampfbereitschaft. Es brodelt in den Betrieben.“
Neben einer Erhöhung von 3,5 Prozent fordern die Gewerkschaften auch eine bessere Bezahlung für sehr belastende Arbeitszeiten. So soll die Zulage für die zweite Schicht auf 1,50 Euro pro Stunde und für die dritte Schicht auf fünf Euro pro Stunde steigen. Zudem stehen unter anderem eine zusätzliche Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit Behinderung und die leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche auf dem Forderungsprogramm.
Die Zahlen belegen einen klaren Aufwärtstrend. Ordentliche Lohn- und Gehaltserhöhung sind daher gerechtfertigt.
Die wirtschaftliche Entwicklung der Branche ist positiv. Es gibt Bereiche mit sehr erfreulichen Ergebnissen, die unter anderem mit hoher Auslastung, Investitionen, Kapazitätsausbau und mit vollen Auftragsbüchern einhergingen. Der Umsatz pro Kopf ist gestiegen und die Arbeitsbelastung für die Beschäftigten hat sich merklich erhöht. Der neue Kollektivvertrag sollte bereits seit 1. Mai gelten.
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