KV Papierindustrie: Gewerkschaften fordern faires Angebot statt Mogelpackung!
Betriebsversammlungen starten in ganz Österreich
In der fünften Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der rund 7.500 Beschäftigten der Papierindustrie kam es zu keiner Einigung.
Seitens der Arbeitgeber wurde folgendes Angebot vorgelegt:
- Die KV-Mindestgehälter und -löhne sollen um 1,8 Prozent erhöht werden.
- Die Ist-Gehälter und -Löhne sollen um 2,0 Prozent, jedoch maximal 100 Euro steigen.
- Für Betriebe mit negativem EBIT wollen die Arbeitgeber die Ist-Löhne und -Gehälter um 2,0 Prozent, aber maximal 60 Euro erhöhen.
- Für positiv bilanzierende Betriebe soll es weiters eine Einmalzahlung von 500 Euro geben.
Dieses Angebot ist für die Gewerkschaften GPA und PRO-GE weiterhin nicht akzeptabel, deshalb folgen nun Betriebsversammlungen in ganz Österreich.
"Das ist kein seriöses Angebot, sondern eine Mogelpackung. Was auf den ersten Blick wie ein Verhandlungsvorschlag aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Fleckerlteppich voller Ausnahmebestimmungen, die für uns in dieser Form nicht akzeptabel sind.“
Die die durchschnittliche Erhöhung der Gehälter und Löhne fällt geringer aus als noch im letzten Angebot der Arbeitgeber. Die Beschäftigten haben sich eine faire Abgeltung ihrer Leistung verdient. Stattdessen wird ihnen ein verschlechtertes Angebot vorgelegt – das ist das Gegenteil von Wertschätzung.
Die Beschäftigten der Branche werden nun in Betriebsversammlungen über den aktuellen Verhandlungsstand informiert und über weitere Maßnahmen beraten. Es liegt an den Arbeitgebern ihre aktuelle Zugangsweise zu überdenken und den Weg für einen sozialpartnerschaftlichen Kompromiss freizumachen. Andernfalls sind wir bereit den Druck zu erhöhen.
Die Gewerkschaften GPA und PRO-GE fordern weiterhin einen Ausgleich der Teuerungsrate von 3,35 Prozent.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am 21. Mai 2026 in Graz statt.
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