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So stehts bei den KV-Verhandlungen

Metall und Sozialwirtschaft abgeschlossen, Handel kämpft für höhere Gehälter
 Mehr als 3000 Beschäftigte demonstrierten am 8. November um wieder Bewegung in die Kollektivvertrags-Verhandlungen zu bringen.

Deine Gewerkschaft GPA verhandelt für etwa zwei Millionen Beschäftigte den Kollektivvertrag. Die Verhandlungssaison beginnt traditionell im Herbst mit der Metallindustrie, die bereits abgeschlossen hat. Weitere große Kollektivverträge, die verhandelt werden, sind der Handel und die Sozialwirtschaft. Hier erfährst du, wie es bei den einzelnen Verhandlungen läuft.

Abschluss in der Metallindustrie

Eine schwierige Verhandlungsrunde konnte deine Gewerkschaft GPA im Bereich der Metallindustrie bereits abschließen. Nach vier Verhandlungsrunden, die unter anderem 400 Betriebsversammlungen und eine österreichweite BetriebsrätInnenkonferenz unter Vorbereitung auf einen Warnstreik notwendig machten, wurde folgendes Ergebnis für die 200.000 Beschäftigten der Branche erreicht:

Die Ist-Einkommen werden um bis zu 8,9 Prozent angehoben. Die KV-Mindestlöhne und -Mindestgehälter steigen um 7 Prozent. Die Lehrlingseinkommen steigen in drei Etappen bis November 2024 auf 1.050 Euro (1. Lehrjahr), 1.270 Euro (2.), 1.625 Euro (3.) und 2.110 Euro (4. Lehrjahr). Diese Erhöhungen liegen bei den niedrigen und mittleren Einkommen deutlich über der für die Verhandlungen relevanten Inflationsrate von 6,3 Prozent.

Wie die zugrundeliegende Inflationsrate berechnet wird, kannst du dir hier ansehen:

Handel kämpft um dauerhafte Gehaltserhöhung

Die bisherigen Verhandlungsrunden für die 430.000 Angestellten im Handel brachten bislang kein Ergebnis. Das Angebot der Arbeitgeber von 4 Prozent plus Einmalzahlung ist völlig unzureichend und alles andere als wertschätzend gegenüber den Leistungen der Beschäftigten im vergangenen Jahr. Vom 7. bis 9. November fanden im Handel in ganz Österreich über 300 Betriebsversammlungen statt. Die große Zahl der Versammlungen, die Beteiligung und vor allem auch die zum Ausdruck gekommene Stimmung stärken dem GPA Verhandlungsteam den Rücken. Handelsangestellte brauchen mehr und verdienen einen fairen Anteil. Die GPA fordert ein Gehaltsplus von 10 Prozent, das dauerhaft wirkt!

Nachdem auch die dritte Verhandlungsrunde am 10. November ohne Ergebnis blieb, gingen in Wien und Salzburg am 16. November über tausend Menschen auf die Straße, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Die Chefverhandlerin der GPA Helga Fichtinger stellte bei der Abschlusskundgebung vor dem Geschäft des Arbeitgeber-Chefverhandlers Rainer Trefelik einmal mehr klar, dass eine Einmalzahlung für die GPA keine Option sei, weil diese verpufft und auf Perspektive ein riesiges Verlustgeschäft für die Angestellten sei.

Auch in der vierten Verhandlungsrunde gab es keine nennenswerte Bewegung der Arbeitgeber. Von Seiten der GPA wurde eine konkrete Gestaltungsoptionen mit unterschiedlichen Auswirkungen angeboten. Diese würde eine Erhöhung der niedrigeren Gehälter im zweistelligen Bereich, nämlich eine Erhöhung der Gehälter um 8,5 Prozent mit einem Mindestbetrag von 200 Euro beinhalten.

Jetzt gibt es am 24. und 25. November Betriebsversammlungen mit dem Beschluss von Warnstreiks am 2. und 3. Dezember.

Demonstrationen und Betriebsversammlungen zeigen Wirkung

Im privaten Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich, der sogenannten Sozialwirtschaft Österreich konnte in der vierten Verhandlungsrunde in der Nacht auf den 17. November ein Abschluss erzielt werden. Dem Ergebnis vorangegangen waren Demonstrationen und Betriebsversammlungen, in denen tausende Beschäftigte der Gewerkschaft den Rücken stärkten.

Vereinbart wurde ein Steigen der Löhne und Gehälter um bis zu 10,2 Prozent sowie viele rahmenrechtliche Verbesserungen.

Alle Informationen zum Abschluss findest du HIER.