Hitze, Stress, zu wenig Personal
Neue Umfrage zeigt deutlichen Handlungsbedarf
Beschäftigte verbringen einen großen Teil ihres Alltags in der Arbeit. Umso wichtiger ist, dass Arbeit so organisiert ist, dass Menschen langfristig gesund bleiben können. Genau deshalb hat deine Gewerkschaft GPA im Zuge der Aktionswoche G’sund am Arbeitsplatz über Angebote, Tipps und grundlegende Rechte informiert.
"Gesundheitsschutz beginnt nicht erst im Krankenstand. Er beginnt bei ausreichend Personal, realistischen Arbeitsabläufen, planbaren Dienstzeiten und Pausen, die tatsächlich eingehalten werden können."
Begleitend dazu hat deine Gewerkschaft GPA gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut IFES über tausend Arbeitnehmer:innen zu ihrer gesundheitlichen Situation und zu Belastungen im Arbeitsalltag befragt. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Gesundheit nicht nur vom persönlichen Lebensstil abhängt. Entscheidend ist auch, wie Arbeit organisiert ist, ob ausreichend Personal vorhanden ist, ob Pausen möglich sind und ob Beschäftigte im Betrieb mitbestimmen können.
„Gesund bis zur Pension arbeiten zu können, darf kein Glücksfall sein. Der Schutz der Beschäftigten muss dort ansetzen, wo Druck, Stress und belastende Arbeitsbedingungen zur Gefahr für die Gesundheit werden“ – Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA.
Arbeitsdruck, Personalmangel und fehlende Pausen
Fast ein Drittel der Befragten bewertet den eigenen Gesundheitszustand als mittelmäßig bis sehr schlecht. Besonders belastet sind Menschen in körperlich fordernden Tätigkeiten, Beschäftigte mit hohem Zeitdruck sowie Personen, die mit ihrem Einkommen kaum auskommen. Gleichzeitig geben mehr als die Hälfte der Angestellten an, dass ihre Arbeitsbelastung in den vergangenen zwei Jahren gestiegen ist.
„Gesundheitsschutz beginnt nicht erst im Krankenstand. Er beginnt bei ausreichend Personal, realistischen Arbeitsabläufen, planbaren Dienstzeiten und Pausen, die tatsächlich eingehalten werden können. Auch neue Belastungen wie Hitze, psychische Anspannung oder die zunehmende Verdichtung von Arbeit müssen stärker berücksichtigt werden“, fordert Barbara Teiber, Vorsitzende deiner Gewerkschaft GPA.
Mitbestimmung macht Betriebe gesünder
Die IFES-Erhebung zeigt auch: Wo Beschäftigte mitbestimmen können, werden häufiger Maßnahmen gesetzt, um Belastungen zu reduzieren. Dazu zählen etwa flexiblere Arbeitszeitmodelle, mehr Personal, Weiterbildung oder Maßnahmen zur betriebliche Gesundheitsförderung, die in Unternehmen mit Betriebsrat deutlich häufiger angeboten werden. Das hat einen deutlichen Effekt: Denn wer Angebote im Betrieb nutzt, fühlt sich laut Umfrage auch selbst deutlich gesünder und glaubt eher die Pension erreichen zu können.
Gesundheit braucht verbindliche Regeln
Deine Gewerkschaft GPA setzt sich dafür ein, dass gesundes Arbeiten nicht vom Willen einzelner Unternehmen abhängt. Dazu braucht es klare gesetzliche Regeln, die psychische Faktoren stärker einbeziehen und Prävention durch betriebliche Gesundheitsförderung verbindlicher verankern.
Dies betrifft einerseits den Arbeitnehmer:innenschutz, aber auch die Anerkennung neuer Belastungsformen als Berufskrankheiten sowie ein Rechtsanspruch auf Wiedereingliederungsteilzeit nach schweren Erkrankungen. Denn jeder muss sich darauf verlassen können, dass Arbeit nicht krank macht und dass im Ernstfall verlässliche Unterstützung und soziale Absicherung gewährleistet sind!