Wir fordern 4,5 Prozent mehr Gehalt!

Die Kollektivvertragsverhandlungen der Metaller sind voll im Laufen

Deine Gewerkschaft GPA verhandelt gemeinsam mit der Gewerkschaft PRO-GE den Kollektivvertrag für 190.000 Beschäftigte in der Metallindustrie, der ab 1. November gelten soll. Infos, wie die vergangene Verhandlungsrunde am 11.10.2021 gelaufen ist, findest du hier.

Im Börsel muss es rascheln

Letztes Jahr haben sich die Gewerkschaften aufgrund der besonderen Situation am Höhepunkt der Corona-Krise mit Gehaltsforderungen zurückgehalten. Umso mehr muss es heuer eine außergewöhnliche Gehaltserhöhung für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geben, die in der Krise weiter mit vollem Einsatz in ihren Unternehmen gearbeitet haben.

„Wir fordern 4,5 Prozent mehr Gehalt“, sagt Karl Dürtscher, Chefverhandler deiner Gewerkschaft GPA.

Karl Dürtscher, Chefverhandler deiner Gewerkschaft GPA.

„Die Voraussetzungen für Gehaltsverhandlungen in der Metallindustrie sind gut. Aufträge, Gewinne und Produktivität in der Metallbranche entwickeln sich sehr positiv. Gleichzeitig belasten die hohen Preissteigerungen der letzten Monate die Einkommen der ArbeitnehmerInnen“, sagt Dürtscher. Deshalb müsse es heuer rascheln im Börsel.

Zeitausgleich in ganzen Tagen

Auch Verbesserungen bei der Gleitzeit werden von den Gewerkschaften gefordert. Zeitguthaben, also aufgebaute Stunden, sollen in ganzen Tagen konsumiert werden dürfen – und zwar selbstbestimmt auf Wunsch der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Karl Dürtscher erklärt die Forderung: „Die Beschäftigten stehen oft unter enormen Arbeitsdruck, ganze freie Tage sind hier wichtig für die Erholung.“

Mehr Geld für Lehrlinge

Auf der Forderungsliste der Gewerkschaften steht auch eine Anhebung der Lehrlingseinkommen. Die rund 8.000 Lehrlinge in der Metallindustrie bekommen bisher 749 Euro. In der Elektro-/ und Elektronikindustrie sind es bereits 914 Euro und in der Chemischen Industrie 993 Euro. Die Gewerkschaften fordern eine Erhöhung der Lehrlingseinkommen in der Metallindustrie auf 1.000 Euro (1.Lehrjahr), 1.300 Euro (2.), 1.600 Euro (3.) und 2.000 Euro (4. Lehrjahr).

„Umfragen zeigen immer wieder, dass das Image der Lehre ständig sinkt. Aber ohne Lehrlinge wird es keine begehrten Facharbeiter und Facharbeiterinnen geben“, erklärt der Chefverhandler, was hinter der Forderung steckt.

Höhere Zulagen

Für Nacht- beziehungsweise Schichtarbeit soll es höhere Zulagen geben. Rund 80.000 Beschäftigte in der Metallindustrie arbeiten in einem Schichtmodell. Das Arbeiten am späten Abend oder in der Nacht ist aber gerade in der Produktion gesundheitlich sehr belastend. Aus Sicht der Gewerkschaften sollen die dafür im Kollektivvertrag vorgesehen Regelungen deutlich verbessert werden. Es geht konkret um eine faire Weiterentwicklung der Zulagen für die 2. und 3. Schicht bzw. für die Nachtarbeit. Diese sollen künftig verdreifacht (auf 1,50 Euro pro Stunde) bzw. verdoppelt (auf 5 Euro pro Stunde) werden.

Provokation für ArbeitnehmerInnen

Diese erste Verhandlungsrunde wurde am 29. September nach sechs Stunden ohne Verhandlungsfortschritte unterbrochen. Die Arbeitgeber versuchten es mit einer Verzögerungstaktik. Karl Dürtscher erklärt: „Die Arbeitgeber verzögern bewusst die Verhandlungen. Diese Vorgangsweise ist destruktiv und eine Provokation für die Beschäftigten, die Tag und Nacht arbeiten und für die Unternehmen Gewinne erwirtschaften. Es gibt von den Arbeitgebern kein Angebot für Lohn- und Gehalterhöhungen. Das ist in einer Sozialpartnerschaft nicht angemessen.“

Er erklärt: „Die wirtschaftliche Situation ist hervorragend. Das bestätigen alle WirtschaftsforscherInnen. Der Rückenwind für die Forderungen der ArbeitnehmerInnen wird damit täglich stärker. Wenn die Arbeitgeber kräftig Gewinne ausschütten können, dann muss auch eine kräftige Erhöhung der Löhne und Gehälter drin sein. Die Kampfbereitschaft ist bereits zu Beginn der Lohn- und Gehaltsrunde hoch, die Stimmung in den Betrieben entsprechend angespannt.“

Nur gemeinsam sind wir stark!

Die Erfahrung zeigt es und Studien untermauern es: Gute Gehaltsabschlüsse sind nur dort möglich, wo viele Beschäftigte in der Gewerkschaft sind. Nur gemeinsam, wenn wir zusammenhalten, haben wir die Stärke uns gegen die Arbeitgeber durchzusetzen.