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Equal Pay Day: Ab jetzt gratis weiterarbeiten!

Wenn am 5. November in Österreich Equal Pay Day ist, dann markiert das Datum die Einkommensungerechtigkeit, die arbeitenden Frauen hierzulande zugemutet wird. Denn ab diesem Tag arbeiten sie bis zum Jahresende im Vergleich zu den Männern unbezahlt. Das ergibt eine Lücke von 56 Tagen, an denen Frauen ihr Einkommen vorenthalten wird, der sogenannte Gender-Pay-Gap.

Mind the Gap!

Wie Passagiere die Spalte zwischen Bahnsteig und Londoner UBahn müssen auch Frauen ihre Einkommenslücke im Auge behalten und im Bedarfsfall dagegen aktiv werden. So wie Lore. Wir haben der fiktiven Frau unseren Equal Pay Day-Folder 2026 gewidmet und erzählen darin ihre Geschichte und ihren Kampf gegen diskriminierende Einkommensunterschiede.

Lores Geschichte

Lore beginnt mit 15 Jahren eine Lehre zur Bürokauffrau bei einer Bank. Mit 18 Jahren schließt sie die Lehre ab und bleibt im Unternehmen. In der Abteilung Treasury arbeitet sie Vollzeit und erhält ein All-in-Gehalt von 4.000 Euro brutto. Der Vertrag enthält keinen genau festgelegten Anteil für Mehr- oder Überstunden.

Babypause

Fünf Jahre später bekommt Lore ein Kind. Sie bleibt bis zum vollendeten ersten Lebensjahr ihres Sohnes in gesetzlicher Karenz. Während dieser Zeit bezieht sie einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld. Danach kehrt sie als alleinerziehende Mutter mit 30 Wochenstunden in Elternteilzeit zurück. Die Arbeitgeberin will ihr Gehalt nicht einfach auf 30 Stunden aliquotieren, sondern erst einen Anteil für zehn Überstunden herausrechnen und das verbleibende Gehalt auf 30 Stunden reduzieren.

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Lore setzt sich zur Wehr

Lore wendet sich an den Betriebsrat und an die Gewerkschaft GPA. Sie erfährt, dass ein nicht klar bestimmbarer Überstundenanteil bei ihrem All-in-Vertrag nicht einfach herausgerechnet werden kann. Außerdem nutzt sie ihr Auskunftsrecht nach der EU-Entgelttransparenzrichtlinie, denn obwohl diese noch immer nicht in österreichisches Recht umgesetzt wurde, ist sie in einigen Punkten anwendbar. Die Auskunft durch die Arbeitgeberin zeigt ein nicht erklärtes geschlechtsspezifisches Entgeltgefälle in ihrer Abteilung. Bei Lores männlichen Kollegen wurden die Überstunden für die Berechnung des Gehalts in der Elternteilzeit nämlich nicht herausgerechnet, da die Arbeitgeberin bei Männern auch in der Elternteilzeit mit mehr Flexibilität rechnet. Lore akzeptiert diese Begründung nicht.

Gerechtigkeit durchgesetzt

Die Arbeitgeberin lenkt schließlich ein. Lore erhält ihre Elternteilzeit ohne die zusätzliche Gehaltskürzung. So steigt nicht nur ihr laufendes Einkommen, sondern auch ihre laufenden Sozialversicherungsbeiträge und die künftigen Pensionsgutschriften.

EU-Einkommenstransparenzrichtlinie – die Lückenschließerin

GPA-Frauen: Transparenzrichtlinie JETZT umsetzen! Die österreichische Bundesregierung ist jetzt gefordert!

 

Die GPA-Frauen fordern die schnellstmögliche Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie – damit Arbeitnehmerinnen wissen, was ihre Arbeit wert ist, und gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit auch tatsächlich durchsetzen können.

Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie soll hier für mehr Klarheit und bessere Rechte sorgen. Sie soll ungerechtfertigte Entgeltunterschiede sichtbar machen und Arbeitnehmerinnen dabei unterstützen, ihre Rechte durchzusetzen.

Was bringt die Richtlinie?

1. Du sollst wissen, wie dein Gehalt zustande kommt.

Arbeitgeber sollen nachvollziehbar machen, nach welchen objektiven und geschlechtsneutralen Kriterien Entgelt festgelegt und weiterentwickelt wird, beispielsweise die Qualifikation oder die Verantwortung im Job.

Damit soll erkennbar werden, warum jemand wie viel verdient – und ob die Bezahlung diskriminierungsfrei erfolgt.

2. Du sollst wissen können, was vergleichbare Beschäftigte verdienen.

Die Richtlinie sieht ein Recht auf Auskunft vor. Arbeitnehmer:innen sollen Informationen über ihr eigenes Entgelt und die durchschnittlichen Entgelte von Beschäftigten mit gleicher oder gleichwertiger Arbeit erhalten können. Die Vergleichswerte sollen nach Geschlecht aufgeschlüsselt werden.

So wird sichtbar, ob Frauen und Männer für gleiche oder gleichwertige Arbeit unterschiedlich bezahlt werden

3. Gleiche Arbeit heißt nicht nur gleiche Tätigkeit.

Auch unterschiedliche Tätigkeiten können gleichwertig sein.

Entscheidend ist die Gesamtbewertung der Arbeit. Dabei können insbesondere Qualifikation, Verantwortung, Belastung und Arbeitsbedingungen berücksichtigt werden.

Das ist wichtig, weil Frauen und Männer häufig in unterschiedlichen Berufen und Tätigkeiten arbeiten. Auch hier muss überprüfbar sein, ob die Bezahlung gerecht ist.

4. Was nicht sichtbar ist, lässt sich nur schwer verändern.

Wenn Arbeitnehmerinnen wissen, wie ihr Entgelt festgelegt wird, welche Kriterien für die Bezahlung gelten und wie vergleichbare Beschäftigte bezahlt werden, können sie ungerechtfertigte Entgeltunterschiede leichter erkennen und ihre Rechte besser durchsetzen.

Entgelttransparenz bedeutet dabei nicht, dass alle Gehälter öffentlich werden. Es geht um nachvollziehbare, objektive und diskriminierungsfreie Regeln für die Bezahlung.

Mehr Transparenz ist damit ein wichtiger Schritt zu Einkommensgerechtigkeit.

Österreich ist säumig.

Österreich ist bei der Umsetzung säumig. Die Frist für die Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht ist am 7. Juni 2026 abgelaufen. Ein österreichisches Umsetzungsgesetz liegt noch nicht vor.

Der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ gilt jedoch bereits heute.

Zudem können einzelne Punkte der Richtlinie unter bestimmten Voraussetzungen für die Auslegung des bestehenden österreichischen Rechts relevant sein.

Hierfür sind die individuell relevanten rechtlichen Voraussetzungen zu prüfen.  

Du vermutest, dass du gegenüber einer vergleichbaren Kollegin oder einem vergleichbaren Kollegen schlechter bezahlt wirst?

Rede mit deinem Betriebsrat oder lass deine konkrete Situation von der Gewerkschaft prüfen!

Neben dem Gender-Pay-Gap gibt es noch zahlreiche andere Hindernisse im Berufsleben einer Frau, die eines gemeinsam haben: Sie sind diskriminierend, enthalten Frauen viel Geld vor – und führen sie geradewegs in eine Pension, die oft nicht zum Leben reicht.

Folder zum Equal Pension Day hier downloaden